Drama | Krimi | Lebensgeschichte | Liebesroman

„Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert“ von Joël Dicker

von am Juni 16, 2015

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Verlag: Piper Verlag
Seitenzahl: 736 Seiten
ISBN: 978-3492056007
Format: gebunden, Taschenbuch, eBook, Hörbuch

Diese Rezension bezieht sich auf die Taschenbuchausgabe.

Handlung

Der junge Schriftsteller Marcus Goldmann legt mit seinem Debütroman einen Bestseller vor. Er ist der gefeierte Jungautor, von dem sich noch viel mehr versprochen wird. Doch er kann dem Erwartungsdruck nicht standhalten. Eine Schreibblockade verhindert seinen nächsten Roman. Immer wieder fängt er eine Geschichte an, nur um sie zu werfen. In dieser Zeit nimmt er Kontakt zu seinem alten Mentor Harry Quebert auf. Dieser wusste schon immer, dass sein ehemaliger Schüler das Zeug zu einem großen Autor hat. Er gibt ihm die nötige Kraft und Marcus fährt gestärkt und voller Tatendrang wieder nach Hause. Ein paar Tage später erfährt Marcus etwas Schreckliches. Sein ehemaliger Lehrer sitzt im Gefängnis. Er soll vor 30 Jahren ein 15 jähriges Mädchen getötet haben. Die Leiche wurde nun in seinem Garten gefunden, mit bei der Leiche das Originalmanuskripts des damaligen Bestsellers seines Mentors Harry Quebert. Für Marcus steht fest, er muss seinem Lehrer helfen, da kümmert ihn auch keine Deadline seines Verlags, die noch immer auf sein Manuskript warten. Für Marcus beginnt eine Reise in die Vergangenheit. Er will diesen Mordfall aufklären und bekommt gleichzeitig auch die einmalige Chance, seine Schreibblockade abzulegen.

Layout

Das Cover ist in creme-gelb gehalten. Als würde man durch ein Loch in einem Papier auf die nächste Seite schauen, sieht man einen Teil einer Stadt mit Tankstelle und Wohnhäusern. Oben in großen, klaren Buchstaben steht der Name des Autors in weinrot. Unter dem Bild findet sich sehr dominant in klarer, blauer Schrift der Titel des Buches.
Das Bild der Stadt durch dieses Loch im Papier findet sich auch im Buch, wenn ein neuer Teil beginnt. Vergangenheitsszenen und Gegenwart sind klar gekennzeichnet, es ist in Kapitel unterteilt und verschiedene Abschnitte, die das Buch nochmals klar gliedern.

Fazit

Ein so dicker Wälzer verdient auf jeden Fall Respekt. Egal welchen Inhalt das Buch hat. Voller Respekt und Ehrfurcht habe ich auch zu lesen begonnen. Ein wenig Angst hatte ich davor schon, dass vielleicht Langeweile wegen der Länge aufkommt. Wie viel Geplänkel kann auf so vielen Seiten geschehen, die einfach nicht handlungsrelevant sind. Aber die Angst war unbegründet. Jede Seite, jedes Ereignis war wichtig und tragend.

Marcus Goldmann erzählt mir seine Sicht der Dinge. Er erzählt wie es ist, wenn man Autor ist, auf was es ankommt, seine Erfahrungen mit Ruhm und Scheitern. Das ganze beginnt wie eine Biografie. Durch Rückblenden erfahre ich als Leserin, wie Marcus Harry Quebert kennenlernte. Aber schnell wird dieses Buch mehr. Es wird Kriminalfall, Liebesgeschichte, Kleinstadtdrama. Mit jede Menge Klischees zwar gespickt, aber dennoch nicht langweilig. Vergangenheit und Gegenwart wechseln sich ausgewogen ab, zwischendurch nimmt mich Marcus Goldmann sogar mit in sein Buch, welches in diesem Buch entsteht.
Mir hat dieser Roman richtig gut gefallen. Gerade weil so viele verschiedene Genres bedient werden, voller Klischees gespickt und dennoch so gekonnt neu verstrickt, bot es viel Spannung und Abwechslung. Ich konnte den Kriminalfall mit lösen, bekam drei Biografien und Drama. Ich vergebe 5 begeisterte Eseslöhrchen. Nach diesem Buch wird es schwer, mich auf was neues einzulassen, ich brauch wohl einen Tag eine Pause.

Meine Bewertung:

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Drama | Lebensgeschichte | Liebesroman

„Die sieben Schwestern“ von Lucinda Riley

von am April 7, 2015

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Verlag: Goldmann Verlag
Seitenzahl: 544 Seiten
ISBN: 978-3442313945
Format: Gebunden, eBook, Hörbuch

Diese Rezension bezieht sich auf die gebundene Ausgabe!

Inhalt:

Maia und ihre fünf Geschwister wurden als Babys adoptiert. Aus den verschiedensten Teilen der Welt fanden sie bei ihrem „Pa Salt“ und Haushälterin Marina, genannt „Ma“ ein neues Zuhause auf einem herrschaftlichen Anwesen am Genfer See. Maia ist die älteste der Schwester, die alle nach Sternen des Siebengestirns benannt wurden. Als der Vater stirbt kommen alle Schwestern zusammen. Er hat den Schwestern Briefe hinterlassen mit Hinweisen auf ihre Vergangenheit.
Maia ist die Erste, die sich auf die Suche nach ihrer Vergangenheit macht und auch auf die Reise, um ihren geliebten „Pa Salt“ besser kennenzulernen. Was hat ihren Vater dazu gebracht, sechs. Mädchen zu adoptieren und wie kam er zu ihr nach Brasilien. Eine Reise in Maias Familiengeschichte. aber auch in ihre Seele, beginnt.

Layout:

Ein großes, Schmiedeeisernes Tor ist halb geöffnet. Hinaus führt es direkt auf einen See. Im Hintergrund schaut man idyllisch auf Berge. Über der Szenerie rankt sich ein Kirschblütenzweig, funkelnde Sterne kann man am Horizont erkennen. In der Mitte des Covers steht in weißer, geschwungener Schrift der Name der Autorin geschrieben, darunter, in Pink, der Titel des Buchs.

Den Papierumschlag kann man abnehmen. Das blanke Buch ist blau, auf dem Buchrücken steht der Titel. Zusätzlich ist in Silber ebenfalls ein Stern geprägt worden.

Das Buch kommt mit Lesebändchen daher. Die Kapitel sind klar gegliedert und die verschiedenen Zeiten klar unterteilt.

Die Aufmachung des Buches gefällt mir sehr gut.

Fazit:

Dies ist der erste Band der Reihe von Lucinda Riley. Als Auftakt war es nicht schlecht, hat mich aber auch nicht vom Hocker gerissen.

Das Buch ist ein typischer Riley. Als erstes erzählt Maia mir ihre Geschichte und ich erfahre ihre Familiengeschichte, angefangen bei ihrer Urgroßmutter. Das Schema ist wie bei allen Büchern. Handlungsstrang in der Gegenwart verknüpft mit dem Handlungsstrang der Vergangenheit.

Lucinda Riley treibt die Story flott voran, die Sprache ist einfach gehalten. Doch es zündet irgendwie nicht. Es gibt viele Fragen zu Anfang des Buches und ich bekomme nur sehr wenige davon aufgedeckt. Warum ich nur Maias Geschichte erfahre, das ist mir schon klar, jede Schwester bekommt einen Band. Und da beginnt meine Kritik.

Für mich wird schon im ersten Band so Einiges unnötig in die Länge gezogen. Vieles hätte es für Maias Geschichte meiner Meinung nach nicht gebraucht. Das finde ich sehr schade. Denn diese Geheimnisse um das Siebengestirn und die Schwester bieten so viel Potential. Ob man da unbedingt jede Schwester einzeln beleuchten muss, wobei sich der Aufbau, wie bei allen Rileys immer und immer wieder wiederholt, das stelle ich in Frage.

Maia bleibt mir leider zu blass und handelt für mich an einigen Stellen nicht sehr nachvollziehbar. Fragt man denn nie nach, wer ist mein Vater, der mich adoptiert hat? Was hat das alles auf sich? Vor allem, wenn ich die Tochter bin, die den Vater doch scheinbar am nächsten steht. Für mich war das alles nicht rund.

Vielleicht hätte mal eine Veränderung gut getan. Schema F zieht nicht immer, so wie es dieses Mal ausschaut.

Dies ist der erste Riley, der mich doch etwas enttäuscht hat, auch wenn Hintergrund und Grundidee sehr stimmig sind. Nur weil es gerade „IN“ ist, mehrteilige Reihen zu schreiben, muss doch nicht jeder auf diesen Zug aufspringen. Auch das kann ein Buch kaputt machen. So wie hier.

Ich denke, dem nächsten Band (ein deutsches Releasedatum scheint noch nicht festzustehen) werde ich wohl noch eine Chance geben. Mal schauen, ob ich wenigstens ein paar kleine Antworten auf die Grundfragen bekomme. Wer war „Pa Salt“. Denn er als Schlüsselfigur, der die Schwestern ja „gesammelt“ hat, ist der größte Geheimnisträger, und von dem weiß ich bisher nur, dass er tot ist.

Für Schema F mit vielen Längen und guter Grundidee bekommt das Buch von mir drei Eselsöhrchen.

 

Meine Bewertung:

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Abenteuer | Drama | Fantasy | Jugendbuch

„Atlantia“ von Ally Condie

von am März 9, 2015

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Verlag: Fischer FJB
Seitenzahl: 416 Seiten
ISBN: 978-3841421692
Format: Gebunden, eBook, Hörbuch

Diese Rezension bezieht sich auf die gebundene Ausgabe.

Inhalt:

Nachdem sich die Atmosphäre auf der Welt verändert hat, beschließen die Menschen eine Stadt unter Wasser zu bauen. Von nun an gibt es ein Oben und ein Unten. Beide Welten sind voneinander abhängig.

In der Welt unten wachsen die Zwillinge Bay und Rio auf. Rio ist eine Sirene, doch das darf in der Welt Unten keiner wissen, denn Sirenen haben kein gutes Ansehen. Nach dem mysteriösen Tod ihrer Mutter, einer Hohenpriesterin, haben die Zwillinge nur noch sich selbst.

Damit die Welt Unten nicht überbevölkert wird, jedes Jahr die Heranwachsenden gefragt, ob sie weiter Unten leben wollen, oder nach Oben gehen wollen. Rio träumt schon seit ihrer Kindheit von Oben, doch nach dem Tod der Mutter schwören sich die Zwillinge, beide Unten zu bleiben, denn bei Geschwistern darf immer nur einer nach Oben.

Doch als Bay vor Rio ihrer Entscheidung kundtut geschieht das unfassbare. Bay entscheidet sich für Oben und lässt eine verzweifelte Bay zurück. Bay versteht die Welt nicht mehr, doch ihre Tante Maire ebenfalls Sirene, hat eine Botschaft für Rio. Es scheint, als hätte das alles einen Grund und Rio muss diesem Geheimnis und der dem Geheimnis um Atlantia und ihr komplettes Leben auf den Grund gehen. Denn nichts ist so, wie sie es denkt und kennt.

Layout:

Der Betrachter des Covers befindet sich unter Wasser und schaut zur blauen Wasseroberfläche. Auf ihr liegt in Rückenlage ein Mädchen. In Orange-Gold ist der Name der Autorin ganz oben auf dem Cover zu sehen. In gleicher, ruhiger Schrift ist im unteren Drittel der Buchtitel geschrieben.

Der Schutzumschlag ist abnehmbar, das Hardcoverbuch ist Orange, auf dem Buchrücken ist die Farbe passend in blau, so dass die Farben des Umschlags im Buch wieder aufgegriffen werden.

Die Kapitel sind klar gegliedert, der hintere Teil des Buches bietet Platz für Leseproben und andere Lesetipps des Verlags.

Mir gefällt das Layout sehr gut, da man mit dem Titel gemeinsam genau auf die richtige Spur des Handlungsortes, und zwar unter Wasser geleitet wird. Passend und stimmig, das macht Lust auf mehr.

 
Fazit:

Ich muss gestehen, ich habe mir wirklich was ganz anderes nach dem Klappentext vorgestellt. Aber es ging in die komplett andere Richtung, nichts desto trotz gab es spannende und gute Momente in dem Buch.

Ich hatte erwartet, dass Rio sich sofort auf den Weg nach Oben macht, und gemeinsam mit Bay Geheimnisse aufdeckt. Doch das Buch spielt zu etwa 2/3 Unten und kommt ganz ohne Bay als Protagonisten aus. Zu Anfang störte mich dieses ein wenig. Aber Hauptprotagonisten Rio fasziniert mich schnell. Sie ist eine Sirene. Keiner darf es wissen. Nur ihre Tante weiß es, die ebenfalls eine Sirene ist.

Rio hat keine Wahl. Sie muss ihr Leben ohne die Zwillingsschwester führen und einen Platz in der Gesellschaft Unten finden. Und genau dieses macht das Buch so interessant. Ich begleite Rio auf dem Weg zum Mädchen zur Frau, vom Kind zur Erwachsenen. Die sich nun ihr eigenes Leben aufbauen muss, die ihre Wahrheit finden will und dabei ist, zu verstehen, wie unterschiedliche Leben doch gemeinsam verwoben sein können. Und das es manchmal Sinn macht, Dinge zu hinterfragen.

Ich hatte wirklich mit mehr Intrigen und Geheimnissen gerechnet. Die gab es auch, aber nicht in diesem Maße. Das Buch schlägt vor allem die leisen, zwischenmenschlichen Töne an. Wie ist es, anders zu sein und ist es schlimm anders zu sein?

Der letzte Funke von Genial fehlte mir zwar, aber ich fühlte mich gut unterhalten. Zügig und flüssend erzählt Ally Condie Rios Geschichte und beleuchtet auch die Vergangenheit. Es plätscherte zwar ein wenig vor sich hin, aber richtig langweilig wurde die Geschichte nie. Mich begleitete beim Lesen immer das Gefühl, dass die Story ja doch irgendwas hat und ich wissen will, wie es ausgeht. Ich erfahre, wie Atlantia gegründet wurde und welche Abhängigkeiten und Glaube in der Stadt Unten entstanden sind. Ich erfahre mit Rio die wahre Geschichte und welche Macht Worte haben können. Und das es wichtig ist, zuzuhören. So kamen immer neue Aspekte hinzu. Die zwar diesem neuen Weltenkonstrukt viele Facetten und Hintergründe verliehen hat, leider blieben mir aber die Charaktere zu flach und emotionslos. Man liest zwar, wie traurig Rio ist, aber irgendwie konnte ich diese Traurigkeit nicht spüren. Sie ist entschlossen, nach Oben zu gelangen, aber dieser Biss kam beim Lesen nicht an.

Eine stille, eher nachdenkliche Dystopie, aus der man zwar hätte mehr machen können, die dann jedoch nicht mehr so in dieser Form einzigartig in den leisen Tönen gewesen wäre.

Für den Mut der Autorin, eine andere Form von neuer Welt zu beschreiben und meine drei durchaus kurzweiligen Lesestage vergebe ich 3 Eseslsöhrchen.

Meine Bewertung:

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Drama | Lebensgeschichte | Liebesroman

„Der Engelsbaum“ von Lucinda Riley

von am Februar 3, 2015

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Verlag: Goldmann
Seitenzahl: 614 (ohne Leseprobe)
ISBN: 978-3-442-48135-4
Format: eBook, Taschenbuch

 

Diese Rezension bezieht sich auf das Taschenbuch!

Handlung

Greta Marchmont hat ihr Gedächtnis verloren. Viele Jahre ist das nun schon her. Sie hatte immer Angst vor dem, was vielleicht passiert ist. Doch endlich kratzt sie all ihren Mut zusammen und fährt mit ihrem langjährigen Freund David Marchmont zurück in das alte Herrenhaus Marchmont Hall. Sie ist bereit sich ihrer schmerzhaften Vergangenheit zu stellen.

Bei einem Spaziergang im Garten des Herrenhauses stößt sie auf ein Grab. Bei dem Lesen der Inschrift kommen die Erinnerungen wie ein Blitz zurück und sie kann mit Hilfe von David das Geschehene wiedererleben und verarbeiten.

Ihr Familienschicksal beginnt schon früh und vieles kann sie erst jetzt begreifen.

Layout

Weiß-Blau sind die dominierenden Farben des Covers. Eine Frau ist mit dem Rücken zu uns gewandt und schaut von einem Balkon in eine verschneite Winterlandschaft mit zugefrorenem See. Über ihr ranken sich Baumzweige, die in voller Blüte stehen. Der Name der Autorin ist dunkeblau geschrieben, der Titel des Buches in gold geprägt eingelassen.

Rein von der Stimmung her, mag ich das Cover schon, aber die Motive finde ich dieses Mal wirklich schlimm und nicht zueinander passend. Ein blühender Baum mitten im Winter? Eine Frau, die nur in einem dünnen Kleid bekleidet draußen auf dem Balkon steht? Das Cover wirkt auf mich zusammengewürfelt. Wäre das Buch nicht von Lucina Riley, ich hätte ihm wohl keinen zweiten Blink geschenkt. Doch es fügt sich zumindest in die Coverreihe von Rileys Romanen, die bisher alle irgendwelche blühenden Details auf dem Cover hatten.

Die Geschichte ist klar in die verschiedenen Perspektiven und Zeitabschnitte gegliedert, so dass es einfach ist, der Handlung über drei Generationen zu folgen.

Fazit
Ein typischer Riley eben, und doch der beste, den ich bisher gelesen habe. Die Protagonistin selbst hat ihr Gedächtnis verloren und sie will diesmal ihre eigene Geschichte rekonstruieren. Das ist der wesentliche Unterschied zu den Vorgängern, in der ja Familienmitglieder sonst Geheimnisse von Angehörigen gelüftet haben.

Greta ist eine starke und zu Anfang sehr naive Hauptprotagonistin, die ich im ersten Drittel des Buches begleite, danach folge ich ihrer Tochter und der Enkelin im dritten Abschnitt. Alle drei Frauen sind mit Marchmond Hall und David Marchmond eng verbunden.

Ich kann alle Gefühle nachvollziehen und leide mit ihnen. Besonders gefallen hat mir der Abschnitt der labilen und psychisch auffälligen Cheska. Der Autorin gelingt es, dass ich ihren Wahnsinn spüren kann.
Etwas zu kurz kam mir leider Enkeltochter Ava. Ihr Schicksal hätte ich gerne noch intensiver erlebt.
Frau Riley knüpft nahtlos an die Vorgängerromane an. Ein Familienschicksal, welches mich wieder zutiefst berührt und begeistert hat. Ich möchte fast sagen, das ist ihr bisher stärkstes Buch.

Und dank der Leseprobe des neuen Romans in diesem Buch, habe ich das neue Werk gleich mal für März vorbestellt. Ja, ich bin ein kleiner Riley-Junkie und Groupie.
5 Eselsöhrchen von mir.

Meine Bewertung:

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Drama | Fantasy

„Die Ummauerte Stadt“ von Jan Reschke

von am Januar 1, 2015

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Verlag: Papierverzierer-Verlag
Seitenzahl: 432 Seiten
ISBN: 3944544986
Format: eBook, Taschenbuch

Diese Rezension bezieht sich auf das eBook.

Handlung

Irgendwann in der Zukunft. Nichts ist mehr so, wie es war. Es gibt eine Zweiklassengesellschaft. Die Menschen in der Ummauerten Stadt sind der totalen Kontrolle der Oberschicht ausgeliefert. Alles ist rationalisiert, alles läuft nach strengen Regeln ab. Nahrungsvergabe, Ausgehzeiten, Wohnraum. Der unteren Schicht geht es nicht so gut. Es gibt nur Algen und Fleisch zu essen, mehrere Familien teilen sich eine Wohnung, und dennoch gibt es nicht genug Wohnraum für alle, so dass viele obdachlos sind.

Wasser ist knapp und es fehlt an allem.

In dieser Welt lebt auch Jeremiah. Außerhalb der Ummauerten Stadt sammelt er unter Lebensgefahr alles, was man noch gebrauchen kann. Immer wieder riskiert er in der vergifteten Atemluft und der Kontrolle durch die Aufseher sein Leben für die Gemeinschaft in der Ummauerten Stadt. Schon lange steht für ihn fest, dass er dieses Leben nicht mehr möchte, und dass es nun endlich an der Zeit ist, sich gegen dieses System zu wehren.

Layout

Das düstere wirkende Cover mit dem Mann, der in einer Art Schutzanzug auf ein entferntes, rundes Gebäude schaut, wirkt auf mich sowohl bedrückend, als auch entschlossen. Ein Mann, der bereit ist zu kämpfen. Im oberen Drittel findet man in weißer, klarer Schrift den Titel und den Autor.
Das Cover spricht mich sofort an, schubst mich schon ohne Klappentext in die richtige Richtung und macht neugierig. Ein sehr stimmungsvolles Cover, was mir Lust macht, mich mit dieser Geschichte auseinanderzusetzen.

Das Buch ist gut strukturiert, die einzelnen Kapitel sind mit der Ortsangabe, wo gerade die Handlung spielt, betitelt. So weiß ich immer, in welchem Handlungsstrang ich mich gerade befinde und verliere nie den Anschluss.

Fazit

Eine düster gezeichnete Dystopie. Ich hatte immer ein beklemmendes Gefühl, während ich gelesen habe. Alles wirkte so real. Als könnte das genauso, gerade jetzt auf unserer Welt geschehen. Und viele Dinge passieren ja auch schon. Nahrungsverteilung, Ausgangsperren. So weit sind wir von diesem Szenario gar nicht weg, welches sich Jan Reschke da erdacht hat. Zwar nicht in unserem Mikrokosmos, aber in einem entfernten auf unserer Welt sicherlich.

Und genau das ist es, was die Geschichte spannend macht. Dieser Realismus.

Nichts wird beschönigt, es gibt kein Happy End. Schonungslos erfahre ich in verschiedenen Handlungssträngen die Geschichte von Jeremiah in der unteren Schicht, aber ich bekomme auch Einsicht in die Oberschicht.

Immer mal wieder lese ich von einem, der in einer Zelle ist, der mir persönlich seine Eindrücke schildert. Das trägt zum Spannungsbogen definitiv bei. Ich will wissen, was macht diese Regierung, an was forschen sie. Ich will wissen, wer der Mensch in dieser Zelle ist, der gequält wird.

Und dann bekomm ich die Wahrheit und bin fassungslos. Geschockt.

Auch jetzt sitze ich noch hier, schreibe die Rezension und kann kaum glauben, in welche Abgründe ich mitgenommen wurde. Und was ich am schlimmsten finde. Ich weiß, dass Menschen so sein können.

Dieses Buch hat kein Happy End, braucht es aber auch nicht. Es ist keine Teenie-Geschichte, in der, obwohl schlimme Dinge passieren, irgendwie trotzdem alles rosa und lieb ist. Es ist eine mögliche Zukunft, die ein Protagonist erlebt. Für Jeremiah, Goran und alle anderen, die so viel Grausames erlebt haben, musste es genau so enden. Leben ist eben nicht immer ein Ponyhof, wir leben nicht im Wunderland.

Aber jetzt wurde es aufgedeckt, vielleicht kommen andere, die alles zum Guten wenden, wie auch immer das Gute aussehen mag. Kommt wahrscheinlich drauf an, auf welcher Seite man lebt. So bleibt für mich als Leser doch ein kleiner Funken Hoffnung zurück.

Für bedrückend reale Lesestunden und einen kämpferischen Hauptprotagonist, mit dem ich gerne gegangen bin, vergebe ich 5 Eseslsöhrchen.

Meine Bewertung:

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Drama | Fantasy | Jugendbuch

„Die Hüter des Siebensterns – Zero“ von Yvonne van Acht

von am Dezember 17, 2014

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Verlag: Ammianus
Seitenzahl: 560 Seiten
ISBN: 3945025028
Format: Taschenbucht, eBook

Diese Rezension bezieht sich auf das Taschenbuch. Es ist das erste Buch einer dreibändigen Reihe.

Handlung

Als Jonas 16 wird, erbt er laut Testament seiner verstorbenen Mutter ihr Tagebuch und noch weitere Aufzeichnungen, die sie zu ihren Lebzeiten getätigt hat. Das verändert Jonas komplettes Leben. Ein ganzer Schrank auf dem Dachboden ist voll mit geheimnisvollen Texten und immer wieder taucht der Siebenstern mit merkwürdigen Zeichen auf. Jonas weiß nicht, was das alles bedeuten soll. Und der Satz, der besagt, er müsse durch sich selbst hindurchgehen um zu verstehen wer er wirklich ist, wirft ihn in ein Meer von Tausend Fragen, dessen Antworten er sich erschließen will. Sein Vater jedoch ist aus nicht erklärlichen Gründen dagegen, nur seine beste Freundin Natalie, in die er sich verliebt hat, steht in dieser schwierigen Zeit zu ihm. Für Jonas beginnt eine Reise, auf der er sich selbst, den Schatten und dem Licht stellen muss. Denn er ist was ganz Besonderes und hat eine ganz besondere Aufgabe, die er Schritt für Schritt meistern muss.

Layout

Auf dem Cover gibt es wirklich viel zu entdecken. Man erkennt einen Teil des Siebensterns. Ein Mann ist von hinten zu sehen, er hat Flügel auf seinem Rücken, sein Blick ist zur roten Sonne gerichtet, die man am Horizont erkennt. Am rechten Coverrand ist ein Rabe zu sehen.

Der Siebenstern wiederholt sich mit seiner kompletten Symbolik auch noch einmal auf den ersten Seiten des Buchs, so dass man ihn sich genauer betrachten kann und auch während des Lesens immer wieder innehält um das zu sehen und zu empfinden, was Jonas erlebt.

Ich mag das ganze Layout sehr. Alles, was in das Cover eingefügt wird, greift das Buch auf. Es ist mystisch und lädt ein, sich dem Mann mit dem Flügeln anzuschließen, um die Sonne zu erreichen. Das einem das Auge im Siebenstern anschaut ist unheimlich und beruhigend zugleich.

Fazit

Schon lange habe ich nicht mehr so eine komplexe und gut durchdachte Story gelesen. Sie lässt sich nicht wirklich in eine Schublade packen. Sie ist mystisch, philosophisch, magisch, fantastisch, hat was von einem Jugend-Abenteuer-Buch, es geht ums Erwachsenwerden, die erste Liebe und sich immer wieder hinterfragen.

Ich muss gestehen, ich brauchte ein wenig, um mit Jonas warm zu werden. Ich lerne ihn kennen als neugierigen Teenager, der, wie viele andere in seinem Alter, nicht gut mit seinem Vater auskommt, weil er seinen eigenen Weg gehen will. Er ist aufmüpfig, ich erlebe ihn jähzornig, aber auch entschlossen und teilweise in sich gekehrt. Eine ganz normale Gefühlswelt eben, wenn du kurz vor dem Erwachsenwerden bist.

Und dann kommen da diese ganzen Fragen auf, die viel mit Philosophie und Selbstfindung zu tun haben. Ich finde die Thematik spannend und auch, dass Jonas diese Heldenreise in dieser Form erlebt. Doch an einigen Stellen stolperte ich immer wieder über Ausdrücke, die ich irgendwie sehr altbackend und holprig, gerade für einen Teenager fand. Ich möchte natürlich gerne ein Beispiel geben. Schaurig war so ein Wort, welches selbst ich als Erwachsene noch nie verwendet habe.

Aber wenn man sich auf diese Art des Schreibens der Autorin eingelassen hat, dann funktioniert diese Geschichte super. Ich bin gefesselt und lese gebannt, was Jonas erlebt und wie er sich Schritt für Schritt sich selbst nähert. Vor allem das letzte Drittel des Buches habe ich verschlungen.

Rasant und zügig treibt Yvonne van Acht die Handlung voran, die Spirale dreht sich immer schneller und man wird mitgerissen. Bis zum Schluss. Und dann einfach Ende. Der Strudel spuckt mich aus. Mit vielen Fragen im Kopf und  ich will nur wissen, wann kommt Teil zwei.

Ich finde das Buch, trotz dieser für mich persönlichen Schwäche, dass es an einigen Stellen holprig wirkt und mich ab und zu eher an ein Sachbuch der Philosophie erinnert, sehr stark und vergebe begeisterte 4 Eseslsöhrchen, weil ich denke, das da im 2. Band noch Luft nach oben ist. Der Schluss war schon sehr vielversprechend. Danke für diese Reise und die Chance, auch mich selbst besser kennenzulernen. Ich will jeden Tag als Chance sehen.

Meine Bewertung:

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Drama | Fantasy

“Die Insel der besonderen Kinder” von Ransom Riggs

von am Oktober 21, 2014

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Verlag: Knaur
Seitenzahl: 416 Seiten
ISBN: 342651057X
Format: eBook, Taschenbuch, gebundene Ausgabe, Hörbuch

Diese Rezension bezieht sich auf das Taschenbuch.

Handlung

Immer wieder hört Jakob Geschichten von seinem Großvater. Als Kind ist er von der Insel, mit den Kindern, die was Besonderes sind, und den Monstern begeistert. Doch je älter er wird, desto unwahrscheinlicher hält er diese ganzen Spukgeschichten.
Als er jedoch sieht, wie sein Großvater stirbt und Jakob an seinem Geburtstag noch Nachrichten von seinem Opa erhält, begibt er sich doch auf die Spuren der Vergangenheit seines verstorbenen Großvaters. Gemeinsam mit seinem Vater reist Jakob auf die Insel, auf der sein Opa aufgewachsen ist.

Layout

Das Cover ist in schwarz und grün gehalten. Ein altmodisch gekleidetes Mädchen, eine Fotografie, ist darauf zu sehen. Eingerahmt mit allerlei Schnörkel wirkt es, als würde man direkt in die Szene schauen, als das Kind vor Jahren fotografiert wurde.

Im Buch sind weitere alte, unheimlich wirkende Fotos. Die Kapitel sind mit braunen, verzierten Seiten voneinander getrennt.

Das Layout des gesamten Buches ist schon was sehr einmaliges und auf mich wirkt es. Es zieht mich in seinen Bann. Und schon bevor ich lese, schaue ich mir die Bilder an und meine Erwartungen steigen ins unermessliche.

Ein wirklich gelungenes Layout, bei dem man sich richtig Gedanken gemacht hat, was einen in der Geschichte erwartet.

Fazit

Also, da hat die Verpackung mir mehr versprochen, als der Inhalt nachher hergab. Wenn man ein Beispiel für Mogelpackungen bei Büchern braucht, dann ist es für mich definitiv dieses Buch.

Das Äußere verspricht so viel. Ich freue mich auf subtilen Horror, untermalt mit beklemmenden Fotografien. Aber während des Lesens werden die Fotografien und die Wirkung sogar relativiert.

Ideen sind gut, Umsetzung finde ich eher Mangelhaft.

Jakob ist für ich ein Hauptprotagonist, den ich nicht verstehen kann. Er trauert mir zu wenig, dann das erste Mal irgendwie verliebt, das kommt aber auch nicht so raus, und er nimmt mir diese ganzen Ereignisse viel zu locker hin. Obwohl er zu Anfang immer betont hat, dass er seinem Großvater nicht glauben kann. Er hinterfragt nichts.

Und spätestens bei dieser Zeitschleife war ich eigentlich raus. Das hätte es nun echt nicht gebraucht. Und Jakob. Ja, find ich gut, hihi, Zeitschleife? Ich stell mir die ganze Zeit vor, ich hätte das erfahren. Da fragt man doch, zweifelt am Verstand.

Diese ganze Geschichte wirkt auf mich sehr konstruiert. Der Hintergrund der Geschichte, den hätte Großvater seinem Enkel in zehn Sätzen erzählen können. Stattdessen baut der Autor so viel drum rum, meiner Meinung nach viel zu viel, das ich es überladen finde.

Alles und jeder bleibt bei der Fülle an versuchten Handlungssträngen auf der Strecke. Die Emotionen fehlen. Was will der Autor mir eigentlich erzählen?

Ich weiß es nicht.

Die Charaktere bleiben blass, sie handeln, aber sie nehmen mich nicht mit. Irgendwie packt es mich nicht.

Es liegt sicher nicht am Erzählstil. Der ist flüssig und zügig. Vielmehr liegt es daran, dass der Autor zu viel von allem hatte. Schade fand ich, dass die Fotos eigentlich nur schmuckloses Beiwerk waren. Im Grunde waren sie nur Bilder von denen, die auf der Insel leben. Hier, schau dir Bild an, muss ich den Menschen und den Charakter nicht beschreiben. Manchmal wäre weniger sicher mehr.

Schade, wirklich schade. Man hätte aus der Idee so viel mehr machen können, wenn man nicht so viel gewollt hätte.

Für die Idee, das Konzept mit den Bilder, die echt, allein genommen, immer noch subtil sind aber eine für mich persönlich grauenhafte Umsetzung vergebe ich, weil ich wenigstens was zu schauen hatte und auch zu Ende gelesen habe, 2 Eselsöhrchen.

Ich kann nur sagen, gut das ich Bilder habe.

Es ist nur meine Meinung und gut das Geschmäcker so verschieden sind.

Meine Bewertung:

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Drama | Historie

„Die Kastratin“ von Iny Lorentz

von am Mai 21, 2014

Handlung

Gulia ist die Tochter des Kapellmeisters. Sie liebt das Singen und jeder in der Familie weiß, dass ihre Stimme wunderschön ist. Aber in dieser Zeit dürfen Frauen und Mädchen nicht singen, und schon gar keine Lieder zu Ehren Gottes. Sie gelten dann als Hexen.

Doch Gulia ist fasziniert von den Kirchengesängen und schleicht sich immer wieder heimlich zum Kloster um den Proben des Knabenchores zu lauschen. Sie versucht diese Gesänge heimlich zu üben, doch sie wird von ihrem Vater und dem Abt erwischt. Als dann der beste Sänger des Chores wegen Stimmbruch ausfällt, aber kein anderer diesen Part zufriedenstellen singen kann, kommt Gulias große Chance. Als Junge verkleidet singt sie vor Messbesuchern in der Kirche. Sie ahnt nicht, dass sie von nun an gezwungen ist, als Mann weiterzuleben.

Layout

Ein von Rot dominiertes Cover erwartet mich. Die Frau ist in ein langes rotes Kleid gehüllt. Man erkennt das Gesicht nur bis zur Nase, sie hat Rosen in der Hand. Irgendwie ein typisches Lorentz-Layout. Nicht spektakulär und irgendwie nichtssagend. Allein das Cover macht mich nicht neugierig. Titel und Autor sind klar und in einfacher Schrift auf dem Cover erkennbar.

Das Buch ist in verschiedene Abschnitte unterteilt, um Gulias Etappen zum Knaben und im Leben besser zu Kennzeichnen. Diese Abschnitte wiederum unterteilen sich in Kapitel. Eine sehr angenehme Struktur, die es einem vereinfacht, der Hauptprotagonisten zu folgen.

Fazit

Eigentlich hätte ich gar nicht zum Lesen gebraucht und mit meinem Mann war ausgemacht, dieses Jahr wird kein Buch gekauft. Aber dieses war ein absoluter Notkauf, für den ich eine Sondererlaubnis hatte. Ich war auf dem Weg zum Arzt, mein MP3-Player lag vergessen zu Hause und mein Kindle hatte keinen Saft mehr. Und nun? Verabredet, ich kaufe was auf dem Grabbeltisch, es muss reduziert sein. Das fiel mir „Die Kastratin“ in die Hände. Und es war ein absoluter Glückgriff.

In der Wartezeit hatte ich geschwind bis Seite 101 gelesen und war mitten drin in Gulias Geschichte. Ich spürte ihre Angst, als sie Begriff, von nun als Junge leben zu müssen. Ich ging mit ihr durch Höhen und Tiefen und erlebte sowohl gesangliche Erfolge wie persönliche Niederlagen hautnah mit ihr.

Durch den sehr angenehmen und einfachen Erzählstil des Autorenduos hatte ich keine Mühe dem Verlauf zu folgen. Es blieb gleichbleibend spannend und fesselnd. Und als dann noch der Mann ihres Lebens in Gulias Leben tritt, war die Story perfekt.

Leider ab da dann ein wenig zu perfekt, denn die Handlung wurde für mich so druchschaubar. Die Autoren haben keine Klischees ausgelassen und ab der Mitte des Buches hätte ich es eigentlich weglegen können, weil ich mir denken konnte, was passiert.

Feind aus der Kindheit, Held denkt nicht normal zu sein ,Gefahr in Verzug, große Rettung durch den Helden, Offenbarung, letzter Kuss und Vereinigung. Happy End.

Nichts desto trotz hatte ich angenehme Lesestunden und deswegen gibt es von mir 4 Eselsöhrchen.

Meine Bewertung:

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Drama | Fantasy | Jugendbuch

„Die Bestimmung – Letzte Entscheidung“ von Veronica Roth

von am April 14, 2014

Handlung

Tris Leben hat sich komplett verändert. Das System der Fraktionen gibt es nicht mehr, wie es in der Heimat weiter gehen soll, darüber wird sich gestritten. Fraktionen neu gestalten, was anderes aufbauen. Ein heilloses Durcheinander findet um Tris und Tobias statt. Und sie mitten drin. Für beide steht jedoch fest, sie wollen der Videobotschaft von Tris Vorfahrin folgen und schauen, was hinter der Stadtgrenze ist. In einem Zug machen sich nachts mit anderen auf die Reise und sie müssen feststellen, dass ihr geführtes Leben auf einem unglaublichen Experiment basiert hat.

Zwischen all den Zweifeln und Lügen, wird für Tris und Tobias jedoch eines klar und deutlich. Ihre Liebe ist echt, sie brauchen einander und müssen respektieren, dass jeder von ihnen Fehler machen darf.

Layout

Die Covergestaltung bleibt den Vorgängern treu. Dieses Mal dominiert die Farbe Grün, deswegen gehe ich davon aus, dass das runde Symbol das Zeichen der Altruan darstellt. Das Zeichen ist dominant in der oberen Hälfte zu sehen. Darunter ist in klarer Schrift, nur in Großbuchstaben der Titel und die Autorin. Klein und schemenhaft erkennt man darunter im letzten Viertel des Covers die Skyline einer Stadt.

Das Buch ist in Kapitel aufgeteilt und durch die klaren und großen Kapitelüberschriften erkennt man eindeutig, aus wessen Sicht geschrieben wird.

Fazit

Ohne Frage war das Buch spannend, mutig und gut. Es ist schon irgendwie ein Abschluss, der irgendwie auch zur gesamten Reihe gepasst hat. Aber für mich als Leserin, blieb trotz Ende Frust übrig.

Die gesamte Storyline ist gut durchdacht. Ich mag die Sichtwechsel zwischen Tobias und Tris, so dass ich auch ihn endlich besser verstehe. Während ich im zweiten Band zwar verstehen konnte, warum Tris ständig gezweifelt hatte, mich diese Unentschlossenheit jedoch genervt hat, war ich in diesem Band gar nicht mehr genervt. Ganz im Gegenteil. Es war wichtig und richtig, dass sie alles hinterfragt, vor allem, weil sie vor dem Scherbenhaufen ihres Lebens steht. Ich mag die Entwicklung zwischen ihr und Tobias, die so kindlich und scheu begann. Die über Zweifel, Wut  und Enttäuschung ging und nun in Respekt und Zugeständnissen endet. Sie wissen sich zu schätzen und wissen nun, was sie aneinander haben. Man spürt regelrecht, wie die Situation des Aufstandes die beiden reifen lässt. Sie werden im Denken und Handeln erwachsener und hören sich endlich auch mal zu.

Ich finde es gar nicht schlimm, dass das Buch so geendet hat, wie es geendet hat. Ich weiß, dass man nicht immer ein Happy End bekommen kann. Nichts desto trotz habe ich auch bei tragischen Enden immer ein warmes Gefühl im Bauch gehabt und wusste, ja, es wird alles gut. Ich kann gar nicht erklären, warum es diesmal nicht so ist. Ich sitze da, starre auf die letzte Seite und denke, wie? Das soll es jetzt gewesen sein? Es ist zu Ende, ein Abschluss, es ist auch traurig, aber es lässt mich nicht mit der Idee zurück, dass alles gut ist oder wird. Ich habe das Gefühl, dass da noch irgendetwas kommen muss, dass Frau Roth irgendetwas vergessen hat zu erwähnen.

Aus diesem Grund und nur wegen diesem einen, für mich persönlichen Mängel, vergebe ich nur 4 Eselsöhrchen. Ich bin froh, Tris bis zum Ende begleitet zu haben und ziehe meinen Hut vor soviel Mut, den Frau Roth an den Tag gelegt hat. Sie hat sich auf jeden Fall viel getraut.

Meine Bewertung:

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Drama | Historie

„Die Bücherdiebin“ von Markus Zusak

von am März 27, 2014

Handlung

Kurz vor Beginn des 2. Weltkriegs beschließt Liesels Mutter, sie und ihren Bruder bei Pflegeeltern unterzubringen.

Auf dem Weg nach Molching, in der Nähe von München, verstirbt Liesels Bruder im Zug an Keuchhusten. Das ist die allererste Begegnung, die Liesel mit dem Tod hat. Nach der Beerdigung findet Liesel auch ihr erstes Buch auf dem Friedhof, welches sie einfach kurzerhand einsteckt, weil es sie immer an ihren Bruder erinnern wird. Erst später stellt sich heraus, dass dieses“ Buch für Totengräber“ ihre Karriere als Bücherdiebin einläutet.

Bei ihren Pflegeeltern fühlt sich Liesel zuerst gar nicht wohl und das Einleben unter dem ruppigen Ton von Rosa Hubermann fällt ihr sehr schwer. Aber Ziehvater Hans Hubermann wickelt die Kleine schnell um den Finger mit seiner herzlichen Art und bricht das Eis. Er ist es auch, der Nachts für Liesel da ist, wenn die Albträume kommen und er bringt ihr auch das Lesen mit dem „Buch für Totengräber“ bei. Liesel merkt schnell, dass neben ihren neuen Freunden und ihren Zieheltern vor allem die Bücher ihr die Kraft geben, durch diese schweren Zeiten des Naziregimes zu kommen. Sie muss nur an Lesestoff ran kommen, egal was es ist, Hauptsache die Wörter nehmen sie mit.

Layout

Ich hab das Buch zum Film vor mir liegen. Die Schauspielerin der Liesel steht im Vordergrund, sie schaut ernst und hält ein Buch fest an ihren Körper gedrückt.

Im Hintergrund sieht man eine Truppe von Nazisoldaten, die Bücher verbrennen. Alles ist in Sepiatöne gehalten. Ich finde das Cover sehr stimmig und es zeigt, wohin mich das Buch mitnehmen möchte.

Das Buch selber ist in verschiedenen Abschnitte unterteilt, diese wiederrum in Kapitel und immer mal wieder gibt es so etwas wie Fußnoten oder auch Anmerkungen des Erzählers, also vom Tod, um die Geschichte und Einzelheiten genauer zu beleuchten.

Fazit

Das war ein schwerverdauliches 5-Sterne-Menü.

Die Geschichte, die mir vom Tod selbst erzählt wird, hat es emotional und gedanklich echt in sich. Eins vorweg, dieses Buch ist nicht an einem Tag einfach weggelesen, es regt zum Nachdenken an und beschäftigt mich sehr. Auch jetzt, einen Tag danach lässt Liesels Geschichte mich nicht los. Ich bin beeindruckt wie Liesel mit ihrem Schicksal umgeht und trotz Niederschläge und schweren Zeiten nicht aufgibt. Sie berührt mich, tief in meiner Seele und ich finde mich selbst in ihr wieder.

Der Erzählstil ist für mich gewöhnungsbedürftig. Das liegt nicht an der Tatsache, dass der Tod es erzählt. Diesen Punkt konnte ich immer sehr schnell ausblenden, denn lange Abschnitte war der Tod halt einfach nur ein alleswissender Erzähler für mich, mehr nicht.
Es lag eher an der Sprache, an die ich mich erst gewöhnen musste. Nach einigen Seiten, war ich jedoch eingelesen, und die Geschichte wurde zum wahren Hochgenuss.

So ein Buch schreibt und liest man sicherlich nur einmal im Leben. Zwei lange Wochen durfte ich Liesel begleiten und das Ende machte es mir doch ein wenig leichter, denn alles war gut. Nur der Weg dorthin war tränenreich. Aber Tod ist halt der Tod, und der berichtet nüchtern von seinem Job.

Trotz Schwermut vergebe ich für ein einmaliges Buch und eine Schwester im Geiste 5 Eselsöhrchen!

Meine Bewertung:

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