Bewertungssystem von Seite101

Neues Jahr, neues Feature. Gerade eben habe ich (mit tatkräftiger Unterstützung) ein Rating-System eingeführt. Ich vergebe ab sofort für neue Rezensionen bis zu 5 „Eselsohren“, die ihr in violetter Farbe am Fuße der Rezension finden könnt. Damit seht ihr wie ich persönlich das Buch einschätze. Die Abstufungen sind:

5 Eselsohren = Super Klasse und absolut empfehlenswert
4 Eselsohren = Gute Lektüre zum „mal eben so weglesen“
3 Eselsohren = Nette Unterhaltung, mehr aber auch nicht
2 Eselsohren = Nur schwer zu ertragen
1 Eselsohr = Nicht bis Seite 101 gekommen, überhaupt nicht zu empfehlen

Als Beispiel:

Meine Bewertung:

„Die Chroniken der Unterwelt – City of Bones“ von Cassandra Clare

Handlung

Kurz vor Clarys 16. Geburtstag gerät ihre heile Welt aus den Fugen. Sie beginnt Dinge zu sehen, die kein anderer zu sehen scheint, sie muss gegen finstere und gefährliche Dämonen kämpfen und dann verschwindet auch noch ihre Mutte spurlos. Zum Glück hat sie Freund Simon an ihrer Seite, der ihr stets beisteht. Auch dann noch, als die Schattenjäger Clary mitnehmen und Clary nach und nach die Wahrheit über ihre Eltern und sich selbst erfährt!

Layout

Ich habe mir das Buch zum Folm gekauft. Es erinnert sehr an das Filmplakat und ist sehr stimmungsvoll und aufwendig gestaltet. Die bunten und zahlreichen Fotos in der Mitte des Buches sind ein guter Vorgeschmack und machen mich sehr neugierig auf den Film.

Fazit

Ich weiß nicht, warum es mir nicht gelang, ein Kopfkino abspielen zu lassen beim Lesen. Vielleicht haben mich die vielen Bilder, die ich vorher beim Blättern im Buch schon gesehen hatte, zu sehr beeinflußt.

Im ersten Teil „Die Chroniken der Unterwelt“ haben wir alles vereint, was die Fantasyliteratur hergibt. Werwölfe, Elfen, Nixen, Vampire und so weiter. Ich fand es sehr erfrischend, dass diese Charaktere neu definiert und dargestellt wurden und ich mochte die Vorstellung, dass sie von uns Menschen unerkannt unter uns leben.

Ich gebe zu, es war spannend zu lesen, nichts desto trotz, habe ich Ewigkeiten gebraucht, bis ich es durch hatte. Mit Clary wurde ich nie richtig warm. Sie war mir zu glatt und emotionslos. Irgendwie war alles, was auf einmal in ihr Leben tratt, völlig normal, als hätte es nie was anderes gegeben. Ich konnte ihre Reaktionen einfach nicht nachvollziehen. Hätte ich einen Werwolf gesehen oder andere fiese Dämonen, ich hätte geschrien und wäre weggelaufen. Clary jedoch blieb in jeder Situation cool und abgeklärt und tötet mal eben so, als wäre es nichts, einen der stärksten Dämonen überhaupt. Ohne mit der Wimper zu zucken und danach verstört in Tränen auszubrachen. Mag sein, dass das an ihren Schattenjägergenen liegt.

Aber auch Simon, der seiner besten Freundin nie von der Seite weicht, reagiert mir zu stumpf. Außerdem fand ich sehr anstrengend, dass mir die Autorin immer wieder und bei jeder Gelegenheit zu verstehen gab, das der arme kleine Simon in die doch so coole Clary verknallt ist!

Alles in allem ein nettes Buch, für mich jedoch von allem ein bißchen zu viel und an manchen Stellen vielleicht von der Autorin zuviel und zu verkrampft gewollt.

Ob ich den 2. Band noch lese, das weiß ich noch nicht. Nun brauche ich von der Materie erst einmal Abstand!

Meine Bewertung:

„Die Bestimmung“ von Veronica Roth

Handlung

Mit 16 Jahren wählen die Jugendlichen eine Fraktion, der sie von da an angehören. So bestimmen sie ihren zukünftigen Lebensweg. Auch Beatrice muss nun wählen. Bleibt sie in ihrer gebürtigen Fraktion oder wechselt sie? Bisher war sie eine Altruan, aber ist das wirklich das, was sie möchte? Darüber soll ein Test Auskunft geben, der den Jugendlichen die Entscheidung vereinfachen soll. Welche Fraktion ist die richtige?

Altruan – die Selbstlosen.
Candor – die Freimütigen.
Ken – die Wissenden.
Amite – die Friedfertigen.
Ferox – die Furchtlosen.

Nach dem Test ist jedoch für Beatrice gar nichts klar. Ihr Test war nicht eindeutig. Sie ist eine Unbestimmte und diese gelten in der Gesellschaft als gefährlich. Tori, die den Test durchführt, rät Beatrice zu schweigen und sich einfach für eine Fraktion zu entscheiden. Beatrice entscheidet sich für die Ferox. Dort begreift Beatrice, die sich von nun an Tris nennt, das furchtlos auch Brutalität bedeuten kann.

Sie geht durch ein straffes Trainingsprogramm und muss ständig auf der Hut sein, dass keiner ihr Geheimnis erfährt.

 

Layout

Eine goldene Feuerflamme in einem brennenden Ring ziert prominent das Buchcover des Taschenbuchs. Darunter in silberner Prägeschrift ist der Titel, darunter der Name der Autorin in schwarzer, etwas kleinerer Schrift. Die Schrift ist klar und unaufgeregt. Alles steht dort in Großbuchstaben. Mich hat das Cover sehr an das Filmplakat zu „Panem“ erinnert, aber ich muss zugeben, genau das hat meine Neugier geweckt.

 

Fazit

Das war ein sehr gelungener Auftakt zu einer Trilogie. Ich wollte nach „Panem“ und „Cassia und Ky“ eigentlich keine Dystopie-Romane mehr lesen. Aber als ich die Kinovorschau sah, machte mich das so neugierig, dass ich gar keine andere Wahl hatte.

Kaum angefangen wurde ich immer tiefer in die Welt der Fraktionen mitgenommen. Mein Kopfkino bot mir unglaubliche Bilder, vor allem von der Brutalität der Ferox. Ich spürte die Zerrissenheit von Tris und konnte immer nur den Kopf schütteln über diese Menschen. Wie kann man all diese Eigenschaften von Menschen nur in Fraktionen trennen? Wie kann man es sich nur so einfach machen? Oder ist es doch schwer so zu leben? All das macht doch einen Menschen aus. Ich war fassungslos und fasziniert zugleich. Viele Abgründe der menschlichen Seele wurden aufgezeigt.

Veronica Roth versteht es mit einfachen und klaren Worten eine völlig neue und erschreckend reale Welt zu erschaffen, aus der ich als Leserin nicht so einfach heraus komme. Emotionen, Zweifel, Stärke und alle Szenerien sind so gut beschrieben, dass ich ihnen nicht entkommen konnte.

Die Spannung wird durch immer neue Aspekte dieser neuen Welt aufrecht erhalten. Die Charaktere sind klar gezeichnet und vor allem die Hauptprotagonisten gefallen mir sehr gut. Passend zu ihren Erlebnissen entwickeln sie sich weiter und gewinnen an Tiefe und Stärke.

Trotz des guten Vorsatzes, solche Sachen nicht mehr anzufassen, bereue ich es nicht. Nun muss schleunigst der zweite Band her, denn der erste versprach, dass es jetzt erst richtig zur Sache gehen wird.

6 Fragen an Katrin Lankers

Name?

Katrin Lankers

 

Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Schon in der Schule hatte ich die Idee, einen Roman zu schreiben, habe aber  nie mehr als zwei oder drei Seiten zu Papier gebracht. Danach habe ich Journalistik studiert und viele Jahre für Zeitungen und Online-Medien gearbeitet. Doch als mein erstes Kind auf die Welt kam, hatte ich plötzlich eine tolle Romanidee im Kopf und (wenn der Kleine mal schlief) auch die Zeit, diese umzusetzen. So ist „Elfenblick“ entstanden – und danach konnte ich einfach nicht mehr aufhören, Bücher für Jugendliche zu schreiben.

 

In welchen Genres schreibst du am liebsten?

Ich habe schon mehrere Genres ausprobiert und finde sie alle spannend: Thriller, Fantasy, Zukunftsroman, aber vor allem Love Story! Wobei ein bisschen Liebe eigentlich immer dabei ist! Nein, ich mag mich nicht festlegen, aber im Moment schreibe ich definitiv am liebsten für jugendliche Leser.

 

Wie entsteht bei dir eine Geschichte?

Meist ist da zuerst eine Grundidee, dann entwickle ich dazu die passenden Charaktere, denn die sind natürlich am wichtigsten, damit das Buch zum Leben kommt. Zusammen mit diesen Charakteren plane ich dann den Plot, also den genauen Ablauf der Geschichte. Manchmal mache ich das sehr gründlich und recherchiere viel, manchmal bleibt es aber auch bei einem groben Gerüst, in dem ich die Figuren agieren lasse und schaue, wohin sie mich führen.

 

Wer sind deine Vorbilder?

Oh, es gibt so viele gute Autoren, die ich gerne lese und die ich für ihren Humor, oder ihren Spannungsaufbau oder für ihre Figuren bewundere. Aber ein Vorbild habe ich nicht! Ich versuche es einfach so gut zu machen, wie ich es kann!

 

Was liest du selbst am liebsten?

Querbeet! Ich mag Liebesgeschichten, Krimis, Historische Romane, Urban Fantasy, Utopien … Es gibt eigentlich nur sehr wenige Bücher, die ich nicht mag.

 

Welche drei Dinge dürfen beim Schreiben auf keinen Fall fehlen?

Mein Computer (kein Witz, ich könnte niemals mit der Hand ein Buch schreiben), ein Milchkaffee (oder auch zwei, oder drei) und ein bisschen Zeit und Ruhe (ich schreibe keine Zeile, solange meine Kinder durchs Haus toben). Aber ansonsten bin ich sehr genügsam.

 

Hast du eine Homepage/einen Blog/eine Facebookseite?

Na klar, und ich würde mich sehr über euren Besuch freuen:

www.katrinlankers.com

www.facebook.com/Lankers.Katrin

Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen.

6 Fragen an Katja Kleiber

Name?

Katja Kleiber

Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Ich schreibe schon seit langem, arbeite auch hauptberuflich in den Medien. Da lag der Schritt nahe, eigene Ideen  in fiktionaler Form auszudrücken.

In welchen Genres schreibst du am liebsten?

Krimi, Thriller, also Spannungsliteratur. Das Abgründige finde ich interessanter als das Harmonische. Außerdem ist mir ein gewisser Realitätsbezug wichtig, Fantasy wäre nicht mein Ding.

Wie entsteht bei dir eine Geschichte?

Durch die Frage:  Was wäre, wenn? Diese Frage ist der Ansatz, eine Situation und verschiedene Konsequenzen daraus durchzuspielen. Außerdem finde ich Menschen interessant – das Leben ist so wunderlich und vielfältig, da gibt es viele Geschichten zu erzählen.

Wer sind deine Vorbilder?

Jakob Arjouni (Kayankaya-Trilogie), „Tschick“ von Wolfgang Herrndorf und der spanische Krimiautor Manuel Vázquez-Montalbán (Carvalho-Reihe).

Was liest du selbst am liebsten?

Auf dem Sofa: Krimis. Im Café:  Tageszeitungen.

Welche drei Dinge dürfen beim Schreiben auf keinen Fall fehlen?

Gelbe Klebezettel. Bleistift. Laptop.

Hast du eine Homepage/einen Blog/eine Facebookseite?

www.katja-kleiber.de

https://www.facebook.com/katja.kleiber.10

Liebe Katja, vielen Dank für das Beantworten der Fragen!

„Frozen Time“ von Katrin Lankers

Handlung

Als Tessa auf der Intensivstation erwacht leidet sie an Amnesie. Nur noch an ihren Namen erinnert sie sich und sie weiß, dass sie sich im Jahr 2100 befindet. Alles andere ist einfach weg. Sie bekommt Milo an ihre Seite, der ihr helfen soll, Licht ins Dunkel zu bringen. Immer wieder kommt Tessa das Bild eines Jungen in den Sinn. Finn. Nach und nach setzt Tessa die Stücke der Vergangenheit zusammen und sie deckt die Wahrheit über das Projekt Frozen Time auf, in der auch Tessa und Finn verwickelt sind.

Layout

Allein beim Anblick des Covers wird einem kalt. Ein dunkelhaariges Mädchen schaut einen durch eine Art Eisschicht an. In Pink, mit klarer Schrift ist der Titel auf dem Cover zu finden. Mich, als sehr visuelle Käuferin, spricht dieses Cover sehr an. Wenn man den Schutzumschlag entfernt, dann ist das Bucht nur noch leuchtend Pink und auf dem Buchrücken steht in weiß der Titel. Das schreit förmlich: Lies mich!

Fazit

Ich habe das Buch auf der Frankfurter Buchmesse gekauft und mir eine Widmung ins Buch schreiben lassen. Ich war von der Lesung, die Katrin Lankers auf der Messe gegeben hat, total begeistert. Eigentlich hatte ich, nach „Panem“ und „Die Auswahl“, die Nase voll von dystopischen Romanen. Aber die Lesung hat mich so mitgenommen, dass ich dann doch wissen wollte, wie es weiter geht.

Ich bin froh, dass ich das Buch mitgenommen habe. Tessa erzählt ihre Geschichte, nachdem sie auf der Intensivstation aufwacht und ich erlebe Tessas Kampf um die Erringung ihres Gedächtnisses durch ihre Augen. Alle dystopischen Details sind so intensiv beschrieben, dass ich sie sehen konnte ich genau wusste, wie die Schauplätze aussahen. So hatte ich keine Probleme ins Jahr 2100 einzutauchen. Vor allem die medizinischen Details haben mich als Arzthelferin sehr fasziniert.

Die Spannung wird sofort auf den ersten Seiten aufgebaut und Katrin Lankers versteht es, diese Spannung aufrecht zu erhalten. Ich dachte immer, ja, jetzt habe ich die Lösung, ich hab alles durchschaut. Aber das war dann doch ein Schuss in den Ofen. So einfach machte es mir die Autorin dann doch nicht. Ganz im Gegenteil. Es wurde noch erschreckender.

Ich fand es sehr erfrischend, dass diese Geschichte in nur einem Buch geschrieben wurde. Natürlich hätte man das alles noch mehr ausschmücken können und die Revolte und Aufdeckung der Geheimnisse strecken können. Aber mal ehrlich, Trilogien dieser Art haben wir doch echt genug.

Frozen Time war genau richtig, spannend und einfach grandios zum weglesen.

„Dicker als Blut“ von Katja Kleiber

Handlung

Die Privatdetektivin Sandy wird zu einem Mordfall gerufen. Der bekannte und geschätzte Frankfurter Anwalt Hans-Jochen Ebert wurde in seiner Kanzlei erstochen. Verena, die Tochter des Anwalts, ist felsenfest davon überzeugt, dass der Täter einer aus der Hausbesetzer- und Punkszene sein muss. Sandy, die sich früher ebenfalls in diesen Kreisen bewegt hat, findet auch Anhaltspunkte, die dafür sprechen könnten. Ein Graffiti auf der Wand am Gebäude und eine Gruppe Hausbesetzer, die der Anwalt aus einem Haus rausgeklagt hat. Verena zählt auf Sandy, denn aufgrund ihrer Vergangenheit kann sie sich unauffällig in dieser Szene bewegen.
Doch was bis Seite hundert noch voll einleuchtend erscheint und es gar keine Zweifel gibt, dass es genauso sein muss, wird auf den restlichen Seiten auf den Kopf gestellt. Es ist halt immer anders als man denkt, auch für Sandy.

Layout

Die Skyline von Frankfurt in Schwarz im Hintergrund auf rotem Untergrund. Vorne rechts das Profil eines Punks in dunklem grün und schwarz. Daneben, in demselben Rot wie der Untergrund, der Titel in klarer Schrift. Der Name der Autorin Katja Kleiber im gleichen Grün wie der Punk. Ein sehr stimmiges und vielversprechendes Bild. Mit nur drei Farben wird hier die richtige Stimmung erzeugt und schon das Cover verrät, in welchen Szenen man sich im Buch bewegen wird.

Fazit

Ich muss zugeben, so als nicht Frankfurterin, hatte ich schon ein wenig Skepsis, diesen Regionalkrimi zu lesen. Für mich bedeutet Regionalkrimi immer, dass ich Bilder im Kopf haben muss, wo die Schauplätze der Handlung sind, ich Straßenkenntnisse haben sollte und mich ohne Beschreibungen zurecht finden muss.

Aber meine Angst war unbegründet. Ich bekomme die Geschichte aus Sandys Sicht erzählt und habe sofort alles durch ihre Augen gesehen. Sie nahm mich mit und es war überhaupt nicht so sehr schlimm, dass ich Frankfurt nicht kenne. Denn das stand gar nicht so sehr im Vordergrund. Die Ermittlungen von Sandy und alle Geheimnisse die sie aufdeckt waren prominent an erster Stelle. Sofort baute sich eine Spannung auf, die von der Autorin auch stets gehalten wurde. Durch immer neue Häppchen, die ich als Leserin hingeworfen bekomme und mich der Lösung der Morde näher bringt, bleibe ich gebannt dabei und begleite Sandy.

Vor meinem geistigen Auge lief ein Film ab, der locker mit dem Tatort konkurrieren könnte. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt. Jedem Krimi-Fan lege ich „Dicker als Blut“ ans Herz. Und für mich bleibt nur noch eine Frage: Wann gibt es den Tatort dazu? Sandy wäre so auf der Mattscheibe eine tolle Ermittlerin.