Krimi | Thriller

„Schmerz: Malmingers letzter Fall“ von Henriette Clara Herborn

von am Juli 8, 2014

Kurzinformationen zum Buch

Format: Kindle Edition

Dateigröße: 699 KB

Seitenzahl der Print-Ausgabe: 356 Seiten

Verlag: Leinpfad Verlag; Auflage: 1 (3. Juni 2014)

Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.

Sprache: Deutsch

ASIN: B00KPSM014

 

Handlung

 

Als Ernst-August Malminger im Januar 2017 zu einem Mordfall gerufen wird, ahnt er nichts Böses. Aber schon der erste Anblick der entstellten Frauenleiche lässt den Kommissar erkennen, dass der Täter wohl ein Nachahmungstäter sein muss. Die Fakten ähneln einem Fall aus 1947 aus Los Angels. Dort wurde Elizabeth Shorts ermordet, der Fall wurde als Schwarzen Dahlie bekannt.
Malminger ist führender Experte für diesen Fall in Deutschland. Deswegen steht für Malminger fest, dass der Täter mit ihm auf diese Art in Kontakt treten will.
Neben dem Erforschen des Mordfalls, hat Malminger aber auch in eigenen Reihen zu kämpfen. Ein Fall, den Malminger an Grenzen bringt, nicht nur an seine eigenen.

 

Layout

Das Cover ist sehr minimalistisch gehalten. Eine schwarz-rote Dahlie erkennt man auf sandfarbenen Grund. Von der Blume tropft Blut. Der Titel des Buches ist in großen roten Buchstaben rechts neben der Dahlie zu finden. Name der Autorin findet sich klein und unauffällig darüber in weiß.

Buchrücken und die Rückseite sind schwarz.

Ich finde das Cover super. Beim ersten Anblick weiß ich, es muss ein Krimi sein, die Farbgebung lässt keine anderen Schlüsse zu.

Mich macht es neugierig und das ist immer in Pluspunkt.

 

Fazit

Spannend, mit einem Ende, den ich mir eigentlich vom Titel her hätte ableiten können.

Ich lerne viele spannende Menschen kennen. Böse und Gute und auch welche, bei denen man das nicht einschätzen kann. Und aus all diesen Sichtweisen wird mir eine Geschichte erzählt, die spannend bis zur letzten Seite ist. Die Autorin nimmt kein Blatt vor den Mund.

Die Beschreibungen der Leiche, die zwischenmenschlichen Handlungen, Umgangssprache schaffen eine Stimmung, die man für einen Krimi braucht. Dazu jedoch kommen Thrillerelemente und man begibt sich auf die Reise in die tiefsten Seelenabschnitte der Menschen. Was können Neid, Eifersucht, oder auch Drogensucht in einem Menschen auslösen.

Geschickt verwebt die Autorin die reale Vergangenheit von 1947 mit der fiktiven Zukunft und so entsteht ein Roman, vom dem man nicht mehr los kommt.

Das Ende sah ich erst kritisch. Hallo? Geht es noch? So doch nicht. Aber doch, genauso musste es enden. Geht gar nicht anders. Und ich sitze hier und denke…. Bitte Nachschlag.

Von mir gibt es für geniale Charaktere, spannende Seiten und einen tiefgründigen Thriller 5 Eselsöhrchen.

 

Meine Bewertung:

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Komödie | Krimi

„Küss niemals deinen Ex“ von Birgit Kluger

von am März 6, 2014

Handlung

Als Janas Schwester Irene sie bittet, den Neffen eines Mandanten zu finden, klingt das im ersten Moment nach schnellem und einfach verdientem Geld. Jana nimmt diesen Auftrag gerne an, denn da sie chronisch pleite ist, kann sie ein paar schnelle Euros gut gebrauchen.

Jana geht den Hinweisen ihrer Schwester nach und schon bald stellt sich heraus, dass sich der Gesuchte auf Ibiza aufhalten soll. Was für ein Spaß. Auf Spesenkosten Urlaub machen und Sonne tanken.

Das hat Jana sich aber auch nur so gedacht. Denn sie staunt nicht schlecht, als sich herausstellt, dass der Gesuchte ihr Exfreund Lex ist und als dann auch noch auf sie geschossen wird, ist der Traum vom schnell verdienten Geld ausgeträumt.

Auf was hat sich da nur eingelassen?

Layout

Ein buntes Cover springt einen sofort an. Vor einem rosa-lila-gelb-weißen Hintergrund erkennt man die pink-lila Silhouette eines küssenden Pärchens auf der rechten Seite. Neben ihnen auf der linken Coverhälfte schwirren Herzen und Fragezeichen.

Der Titel steht über dem Bildmotiv. Es sieht so aus, als hätte jemand aus Illustrierten Buchstaben ausgeschnitten und daraus den Titel gebastelt.

Unter dem Pärchen erkennt man in der gleichen Machart wie den Titel den Namen der Autorin.

Mir persönlich gefällt das Layout sehr gut. Die Farben sprechen mich an und die vielen Einzelheiten verleiten dazu, das Cover länger zu betrachten. Es macht Lust auf den Klappentext des Buches, um zu erfahren, um was es geht.

Fazit

Das war ein rasantes und witziges Abenteuer, wie ich es mag.

Jana ist mir sofort sympathisch. Sie ist gar nicht so, wie man sich eine taffe Ermittlerin vorstellt. Aber ihre Schwester hat ja genauso wie Jana gedacht, dieser Fall wäre ein Kinderspiel.

Jana gerät immer wieder in brenzlige und heikle Situationen. Aber mit Witz, Charme und ihrer besten Freundin Vanessa übersteht sie das Abenteuer.

Lex ist ein Fall für sich. Aus dem wurde ich gar nicht schlau. Aber da geht es mir wie Jana, die mir die Geschichte aus ihrer Sicht erzählt. Was hat Lex nur zu verbergen? Das wird nach und nach aufgedröselt und so schafft es die Autorin, die Geschichte am Laufen zu halten. Häppchenweise werden die kleinen Fragzeichen im Kopf eliminiert.

Ich hatte Spaß daran, Jana zu folgen und habe herzlich mit ihr gelacht. Ohne viel Umschweife treibt Birgit Kluger die Geschichte voran. Durch den einfach gewählten Erzähstil, musste ich nicht nachdenken und konnte voll in die Handlung abtauchen. Immer genau dosiert, so dass sich die Charaktere entwickeln können, man sich alles gut vorstellen kann und es nie langweilig wird.

So muss guter Lesestoff für Mädels sein. Spannung, Liebe und Humor. Alles das, was Frau will.

Ich hatte unterhaltsame drei Tage und deswegen gibt es für mich auch nur eine mögliche Bewertung. 5 von 5 Eselsöhrchen.

Meine Bewertung:

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Historie | Krimi

„Teufelsgrinsen“ von Annelie Wendeberg

von am Februar 28, 2014

Handlung

Anton ist Anna, Anna ist Anton. Anton Kronberg, Doktor der Medizin im viktorianischen England. Damit sich Anna ihren Traum erfüllen konnte Ärztin zu werden, musste sie sich auf ein Doppelleben einlassen, denn früher durften Frauen nicht studieren. Aber Anna gelingt es.

Die Geschichte startet 1889 in London. Die Stadt wird immer wieder von Seuchen heimgesucht. Als Doktor der Medizin wird Anna von der Polizei ins Wasserwerk zitiert. Dort wurde eine Leiche gefunden. Todesursache scheint im ersten Moment Cholera zu sein.

Doch schnell wird ihr und dem ebenfalls herbeigerufenen Sherlock Holmes klar, dass es sich um ein Verbrechen handeln muss. Aber das ist nicht alles, was Sherlock Holmes dank seinem Scharfsinn auffällt. Durch seine Beobachtungsgabe entlarvt Sherlock Holmes Annas Geheimnis.

Aber in Anna hat Sherlock eine ebenbürtige Gegnerin, sowie Partnerin gefunden. Gemeinsam machen sie sich dran, um den Fall aufzuklären und geraten selber auf die kriminelle Seite der Medizin.

Layout

Das Cover ist blaugrau gestaltet. Im Hintergrund kann man die Umrisse Londons erkennen, es scheint vom Nebel eingehüllt zu sein. Vorne links steht sehr prominent in schwarz gekleidet eine Frau, die den Blick über die Themse Richtung London schweifen lässt.

Ebenfalls in schwarz geschrieben, in Großbuchstaben die sofort ins Auge fallen, steht der Titel „Teufelsgrinsen“. Auf dem „S“ vom Teufel steht eine Krähe, die die Flügel gespreizt hat.

Über und unter dem Titel kann man in graublauer, dezenterer Schrift den Namen der Autorin lesen, sowie den Zusatz „Ein Fall für Anna Kronberg“. Das lässt auf den Krimi schließen.

Das Cover ist für mich sehr mystisch und stimmungsvoll. Es macht sofort neugierig. Auf den ersten Blick scheint der Vogel überflüssig, aber das wird im Roman geklärt und dann muss der da einfach sitzen.

Die Seiten und der Text sind übersichtlich strukturiert.

Fazit

Intelligenter Wortwitz und charmante Hauptcharaktere.

Annelie Wendeberg gelingt es mit den ersten Absätzen mich mitzunehmen in das London 1889. Ich rieche förmlich immer noch die Kloake, die da im Wasserwerk sein musste, als die Leiche gefunden wurde. Das war sicher kein schöner Ort.

Die Autorin schreibt einfach, aber direkt und erzählt ohne viel Schnörkel einen Krimi, der rasant vorangetrieben wird. Aber immer wieder erfahren wir auch die Geschichte der beiden Hauptprotagonisten, so dass man den Eindruck hat, man freundet sich mit ihnen an und kann verstehen, wie sie fühlen.

Anna erzählt ihre Geschichte selber, wodurch ihre Emotionen und ihr Doppelleben mit allen Schwierigkeiten glaubhaft geschildert werden. Ich leide mit ihr, liebe mit ihr und durchlebe mit ihr die Cholera.

Die Begegnung mit Sherlock Holmes ist sehr gelungen. Da war ich zunächst skeptisch, denn eigentlich hatte ich noch nie Sherlock Holmes Romane gelesen, mochte aber viktorianische Geschichten. Ich hatte ein wenig Angst, dass mir dieses Wissen eventuell fehlen würde. Aber da auch Anna noch nie etwas von diesem Detektiv gehört hat, lerne ich ihn mit ihr kennen und verliere ebenfalls ein wenig mein Herz an ihn. Ich würde fast behaupten, dass mein Unwissen ein Vorteil war, denn so hatte ich keine Vergleichsmöglichkeiten und konnte völlig unvoreingenommen an dieses Buch gehen.

Ich war ein wenig traurig und hatte das Gefühl, gute Freunde zu verlieren, als ich die letzte Seite gelesen hatte. Aber es wird weiter gehen, dass lassen die letzten Sätze erahnen.

„Wie zum Teufel konnte ich ihn einfach mein Herz mitnehmen lassen?“

Das fragt Anna sich zum Schluss. Das war das, was ich hören wollte. Ein bisschen Herzschmerz muss auf jeden Fall dazu. Die beiden sind noch nicht fertig miteinander.

Gelungenes Debut. Intelligent, wortwitzig, rasant und überaus spannend. Zeitreise in die Vergangenheit mit Krimi ist gelungen. Ich habe es gerne gelesen und will mehr.

Meine Bewertung:

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Komödie | Krimi

„Gold in Tüten“ von Eva Finkenstädt

von am Februar 7, 2014

Handlung

Zwei Azubis  eines Minimarkts finden in einer Orangenlieferung ein weißes Pulver, verpackt in kleinen Tüten. Schnell wird Daniel und Mahmut klar, dass es sich dabei um Koks handelt. Für die beiden steht fest, damit könnten sie sich eine goldene Nase verdienen, sie müssen es einfach nur schnell wegschaffen, damit es keiner merkt. Das bekommen sie auch relativ gut hin, aber dann haben sie keinen weiteren Plan. Wie bekommt man denn jetzt die Drogen an den Mann? Gut dass sie eine aufgeweckte Praktikantin haben, die sich einklinkt und reflektiert weiß, was zu tun ist.
Es könnte alles so schön sein und reibungslos verlaufen, wenn nicht der Eigentümer, dem diese Lieferung eigentlich zusteht, den Azubis schon auf den Fersen wäre.

Layout

Auf einem orange-roten, Cover ist in schlichten Buchstaben der Titel zu lesen. Die Genrebezeichnung steht direkt darunter. Im unteren Teil des Covers ist der Name der Autorin zu lesen. Ein schlichtes, eher unauffälliges Cover, was noch keinen Rückschluss auf irgendwelche Handlungen ermöglicht. Nur der Zusatz „Krimikomödie“ gibt einen kleine Stubbs auf die richtige Fährte.

Fazit

Das war schon witzig. Kurz nachdem in einer Aldi-Filiale Drogen auftauchten, kam dieses Werk auf den Markt. Wie das Leben doch spielen kann.
Ich habe es sehr gern gelesen.
Die Geschichte wird zügig und ohne viel Schnörkel erzählt. Die Autorin beschränkt sich aufs Wesentliche und das macht den Charme dieses Buches aus.
Von den Azubis, den Mittelsmännern und Frauen des Mafiabosses und den Angestellten des Minimarkts, von allen wichtigen Perspektiven beleuchtet die Autorin die Geschichte und treibt sie kontinuierlich voran.
Manchmal ist mir persönlich das Tempo doch ein wenig zu schnell. Die einzelnen Charaktere bleiben mir zu blass. Vor allem die Azubis hätte ich in ihrer kindlichen Naivität und Dummheit gerne noch besser kennengelernt.
Nichts desto trotz habe ich mich einen Tag lang gut unterhalten gefühlt und hatte immer die Bilder und Musik der alten Comedy-Serie „Ritas-Welt“ im Kopf. Eine passende Atmosphäre und Kopfkino hat Frau Finkenstädt bei mir auf jeden Fall erzeugt. Ich konnte schmunzeln und lachen und hatte kurzweilige Stunden.
Deswegen, trotz für mich zu blassen Charakteren, 4 von 5 Eselsöhrchen.

Meine Bewertung:

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Krimi

„Papa hat dich lieb“ von Gerd J. Merz

von am Januar 24, 2014

Handlung

Angelikas beste Freundin Eva verschwindet spurlos. Keiner weiß warum. Die Vermutungen gehen in jede Richtung. Die 18 jährige hat sich, nach Angelikas Beobachtungen, in den vergangenen Wochen sehr verändert. Steckt eine Liebe zu einem älteren Mann dahinter? Gab es Probleme mit den Eltern? Angelika kann nicht anders. Sie beschließt auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen. Trotz Ermahnungen der Polizei und ihrer Mutter geht sie alleine den Hinweisen nach. Nachdem sie den Mofahelm gefunden hat, kann auch ein Verbrechen nicht mehr ausgeschlossen werden. Mutter Maike steht nun hinter Angelika. Gemeinsam versuchen sie herauszufinden, ob das merkwürdige Verhalten von Evas Eltern einen Grund für das Verschwinden Evas liefern könnte.

Layout

Eine Kinderzeichnung zeigt einen schwarz gemalten Mann und ein kleines blondes, farbenfroheres Mädchen, das weint. Eindeutig spiegelt sich, sehr kindlich dargestellt, die Thematik des Kindesmussbrauchs wieder. Oben rechts in klaren, großen Buchstaben steht der Titel. Nichts ist beschönigt oder verharmlost. Der graue Hintergrund rundet das nüchtern gehaltene Layout ab und wirkt auf mich sehr bedrückend. Das Layout des gesamten Covers ist für mich sehr passend und verleitet mich dazu, dass Buch in die Hand zu nehmen und mir den Klappentext auf der Rückseite durchzulesen.

Fazit

Es ist zwar als Krimi deklariert, aber für mich ist es mehr. Einfühlsam und rücksichtsvoll, nichts desto trotz spannend bis zur letzten Seite wird das Thema Kindesmissbrauch geschickt in diesen Roman eingearbeitet. Es geht aber nicht nur darum. Sondern es wird ebenso vom Erwachsenwerden berichtet, von Mutter-Tochter-Problematiken in der Pubertät, Vertrauen und Liebe.

Es gibt zwei Erzählstränge. Der eine ist eine Bandaufnahme und wird vom Opfer selbst erzählt, Gefühle und Geschehnisse bekomme ich als Leser authentisch und glaubwürdig vermittelt. An diesen Stellen musste ich schlucken und durchatmen. Ich konnte die Verzweiflung aber auch den Hass des Opfers deutlich spüren. Nach diesen Abschnitten brauchte ich immer eine kurze Pause. Man weiß, dass es Kindesmissbrauch gibt, weiß auch, was da passiert, wenn man es aber von dem Opfer selbst erfährt, vor allem so glaubwürdig nachzulesen, dann geht einem das sehr nahe.

Der andere Erzählstrang beschreibt das Verschwinden von Eva und der Suche nach ihr. Ein Krimi, der zwar die Polizei berücksichtigt, aber die nicht im Fokus steht. Ich mochte Angelika sehr, und auch die Mutter. Der Apfel fällt halt nicht weit vom Stamm. Ich konnte mir die zwei so gut vorstellen. Eine Mutter-Tochter Beziehung, in der sich gefetzt aber noch mehr geliebt wird. In der die Mutter heimlich stolz ist, wie taff ihre Tochter ist, es aber aus Angst um sie nicht zeigt.

Durch  diese zwei Handlungsstränge geriet mein Gehirn ins Arbeiten. Wer erzählte den Text auf dem Band? Eva konnte es nicht sein. Zu jung. Die wildesten Theorien bildete ich mir im Kopf und je weiter ich las, desto spannender wurde es. Was war nur geschehen?

Mit viel Liebe, Recherche und Können ist es dem Autor gelungen ein sehr sensibles Thema in diesem Buch zu verarbeiten. Ich habe davor größten Respekt. Eine wahre Meisterleistung wurde hier abgeliefert. Immer mit dem nötigen Abstand aber auch der nötigen Nähe, um Leser zwar nicht zu überfordern aber auch nichts an diesen Taten zu beschönigen.

Alle fünf Eselsöhrchen von mir. Das Buch empfehle ich sehr gerne weiter, weil es eben mehr ist als nur ein Krimi.

Meine Bewertung:

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Krimi

„Dicker als Blut“ von Katja Kleiber

von am Dezember 7, 2013

Handlung

Die Privatdetektivin Sandy wird zu einem Mordfall gerufen. Der bekannte und geschätzte Frankfurter Anwalt Hans-Jochen Ebert wurde in seiner Kanzlei erstochen. Verena, die Tochter des Anwalts, ist felsenfest davon überzeugt, dass der Täter einer aus der Hausbesetzer- und Punkszene sein muss. Sandy, die sich früher ebenfalls in diesen Kreisen bewegt hat, findet auch Anhaltspunkte, die dafür sprechen könnten. Ein Graffiti auf der Wand am Gebäude und eine Gruppe Hausbesetzer, die der Anwalt aus einem Haus rausgeklagt hat. Verena zählt auf Sandy, denn aufgrund ihrer Vergangenheit kann sie sich unauffällig in dieser Szene bewegen.
Doch was bis Seite hundert noch voll einleuchtend erscheint und es gar keine Zweifel gibt, dass es genauso sein muss, wird auf den restlichen Seiten auf den Kopf gestellt. Es ist halt immer anders als man denkt, auch für Sandy.

Layout

Die Skyline von Frankfurt in Schwarz im Hintergrund auf rotem Untergrund. Vorne rechts das Profil eines Punks in dunklem grün und schwarz. Daneben, in demselben Rot wie der Untergrund, der Titel in klarer Schrift. Der Name der Autorin Katja Kleiber im gleichen Grün wie der Punk. Ein sehr stimmiges und vielversprechendes Bild. Mit nur drei Farben wird hier die richtige Stimmung erzeugt und schon das Cover verrät, in welchen Szenen man sich im Buch bewegen wird.

Fazit

Ich muss zugeben, so als nicht Frankfurterin, hatte ich schon ein wenig Skepsis, diesen Regionalkrimi zu lesen. Für mich bedeutet Regionalkrimi immer, dass ich Bilder im Kopf haben muss, wo die Schauplätze der Handlung sind, ich Straßenkenntnisse haben sollte und mich ohne Beschreibungen zurecht finden muss.

Aber meine Angst war unbegründet. Ich bekomme die Geschichte aus Sandys Sicht erzählt und habe sofort alles durch ihre Augen gesehen. Sie nahm mich mit und es war überhaupt nicht so sehr schlimm, dass ich Frankfurt nicht kenne. Denn das stand gar nicht so sehr im Vordergrund. Die Ermittlungen von Sandy und alle Geheimnisse die sie aufdeckt waren prominent an erster Stelle. Sofort baute sich eine Spannung auf, die von der Autorin auch stets gehalten wurde. Durch immer neue Häppchen, die ich als Leserin hingeworfen bekomme und mich der Lösung der Morde näher bringt, bleibe ich gebannt dabei und begleite Sandy.

Vor meinem geistigen Auge lief ein Film ab, der locker mit dem Tatort konkurrieren könnte. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt. Jedem Krimi-Fan lege ich „Dicker als Blut“ ans Herz. Und für mich bleibt nur noch eine Frage: Wann gibt es den Tatort dazu? Sandy wäre so auf der Mattscheibe eine tolle Ermittlerin.

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Humor | Krimi

„Ingeschenk“ von Steffen Wittenbecher

von am Oktober 25, 2013

„Ingeschenk“ vereint Humor, Krimi und Thriller.

Handlung

Ingeborg Ginster ist nicht mehr die Jüngste, sie wirkt leicht schrullig und hat so ihre Eigenarten. Um nichts zu vergessen schreibt sie alles auf und wie viele, in die Jahre gekommene Menschen, hat sie Rituale und Tagesabläufe, die sie strikt einhält. Wenn dann mal was nicht so läuft, wie sie sich das vorstellt, dann bringt sie das aus dem Konzept.

So auch an diesem Morgen, wo das Unglück und die ganzen Verstrickungen ihren Lauf nehmen.  Ausgerechnet an ihrem Duschtag, wird sie vom Postboten gestört. Zu allem Überfluss ist das nicht mal ihr geliebter Herr Schmidt, sondern ein Neuer. Der hat nicht mal Zeit für ein Glas Orangensaft. Er hat es so eilig, dass sogar Kater Helmut einen Tritt kassiert, als er ihm den Weg versperrt. Nachdem auch noch am Abend Ingeborgs Lieblingstasse von ihrer besten Freundin durch Kater Helmut zu Bruch geht, ist der Tag gelaufen. Frau Ginster geht ins Bett und hofft, dass die nächsten Tage besser werden. Doch das war nur die Vorhut von Irrungen und Wirrungen, die Ingeborg Ginster noch bevorstehen.

Layout

Auf mich wirkt das Cover wie eine Kollage. Man sieht eine Frau mit Kittelschürze, sicher Frau Ginster von hinten. Sie hat ein Messer in der Hand, welches sie hinter sich versteckt. In der anderen Hand hält sie eine Bratpfanne. Vor ihr schaut den Leser der Kater Helmut an. Mich persönlich spricht das Layout nicht unbedingt an. Bei dem Kater denke ich irgendwie an „Salem“ von „Sabrina“ und auch dieses „zusammengeschusterte“ wirkt eher willkürlich. Für mich persönlich ist das Layout und das Cover immer erstes Kaufkriterium. Neugierde weckt es leider bei mir nicht.

Fazit

Was das Cover einem vermiest, macht der Inhalt wieder wett. Ich weiß nicht, wie es Steffen Wittenbecher geschafft hat, aber ich war auf einmal die verwirrte Ingeborg. Irgendwann war ich in ihrem Kopf und war selbst verwirrt und litt an Vergesslichkeit.  Und das lag jetzt nicht daran, dass ich nicht verstanden habe, was der Autor schrieb. Sondern der einfache, humoristische Erzählstil  hat mir Ingeborgs Denken nähergebracht und mir eine Tür in ihr Leben geöffnet. Ich musste immer an meine leider schon verstorbene Oma denken, sie hatte auch so eine geblümte Kittelschürze an. Bei Ingeborg sah es auf einmal aus und es roch auch so, wie früher bei meiner Oma. Unglaublich.

Zu Anfang fiel es mir sehr schwer, da Ingeborg viel mit sich selbst und dem Kater redete. Das bekam ich erst gar nicht so sortiert. Und alles wirkte auf mich krampfhaft lustig und grotesk. Es war auf den ersten Seiten für mich nicht rund genug und die Geschichte tröpfelte so ein wenig vor sich hin. Aber irgendwann war der Punkt erreicht, dass ich mich zurecht fand und nicht mehr nachdenken musste. Die Handlung und Ingeborg erschlossen sich mir von ganz alleine.

Jeder, der intelligente humoristische Literatur, aber auch Krimis liebt, der sollte sich mit Ingeborg Ginster anfreunden. Spannend und kurzweilig, weil einfach irgendwie anders und schräg, ist „Ingeschenk“ ein Schmankerl für zwischendurch.

Ich habe mich, im Ganzen betrachtet, gut unterhalten gefühlt.

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Krimi | Liebesroman

„Der Kreis des Löwen“ von Amelia Ellis

von am August 20, 2013

Handlung

Nea Fox ist Privatdetektivin und wird auf ein altes, abgelegenes Anwesen in Nordengland gebeten, um dort einen ungewöhnlichen Auftrag zu erledigen. In dem alten Herrenhaus soll es spuken. Deshalb soll Nea zusammen mit anderen Gästen herausfinden, was es damit auf sich hat.

Schon in der ersten Nacht passieren merkwürdige Dinge. Der Strom fällt aus und  einer der Gäste beginnt mitten in der Nacht zu schreien. Er hätte einen Totenschädel auf seinem Kissen gefunden, von dem jedoch beim Nachsehen jede Spur fehlt. Außerdem entwickelt Nea Gefühle für Emilie, die ebenfalls auf dem Anwesen weilt. Diese Gefühle sind neu für Nea und sehr intensiv.

Am nächsten Tag gestaltet jeder Gast seinen Tag anders. Nea möchte mit zwei anderen Gästen das Labyrinth im Garten begutachten. Dem Schnee trotzend gehen sie los und entdecken Steinplatten auf denen lateinische Schriftzüge stehen. In der Mitte des Labyrinths sind Fußabdrücke im Schnee, die nicht von ihnen stammen. Der Verdacht, dass es irgendwo doch einen Geheimgang ins Haus hinein geben muss, erhärtet sich.

Am Abend überschlagen sich die Ereignisse. Fremde Männer greifen die Gäste im Haus an, Emilie wird entführt und Nea kann sie nur knapp retten.

Emilie kommt in Krankenhaus und für Nea geht es nach diesem Wochenende im Spukhaus erst richtig los. In London versucht sie zu ermitteln und geht auf die Jagd nach Antworten. Was steckt hinter dem Ganzen? Was waren das für Männer, was bedeuten die Inschriften in den Platten? Und vor allem, warum kann sie Emilie einfach nicht vergessen?

Layout

Das Cover ist komplett in schwarz gehalten, eine cremefarbene, klare Schrift verraten den Autor und den Titel. Auf dem Cover erkennt man im Zwielicht den Oberkörper einer Frau. Es macht einen mysteriösen Eindruck auf mich und verlockt dazu, das Buch in die Hand zu nehmen.

Die Buchseiten sind sehr eng bedruckt und die Schrift sehr klein. Zu Anfang hatte ich ein paar Schwierigkeiten, aber zum Glück habe ich ja eine Brille.

Fazit

Ein Krimi mit Elementen die nicht neu sind. Viele Klischees werden zu Anfang bedient. Nächte mit mehreren Leuten in einem Spukhaus, Stromausfall, Menschen, die nicht sind, was sie vorgeben. Wenn es so geblieben wäre, hätte ich sicher abgebrochen.

Aber es kommt mehr. Zum einen ist Nea Fox ein Charakter, der mir sofort sympathisch war und ihre Verliebtheit zu Emilie gab dem Roman die nötige Würze.

Der Krimi wird nie langweilig. Die Autorin hält sich nicht an Kleinigkeiten auf, sondern Amelia Ellis treibt die Geschichte zügig voran. Aufkommende Fragen zu Anfang werden nach und nach aufgedröselt und langsam kann ich als Leser das Puzzle zusammensetzen.

Die einfache Sprache ließ sich flüssig lesen. Ich lege jedem Krimi-Fan die Ermittlerin Nea Fox ans Herz. Man muss sie einfach mögen und mit ihr durch dick und dünn gehen.

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Krimi | Thriller

„Oliver Hell – Das zweite Kreuz“ von Michael Wagner

von am August 18, 2013

Handlung

„Das zweite Kreuz“ ist der dritte Roman um den Ermittler „Oliver Hell“.

Der alte Fall von Oliver Hell und seinem Team hallt noch nach und nimmt nochmal Wendungen an, mit denen niemand rechnen konnte. Der Übeltäter aus dem vorigen Fall, der eigentlich für tot gehalten wurde, taucht wieder auf und stiftet ordentlich Verwirrung bei der Polizei.

In diesen Verwirrungen findet eine erste Entführung statt. Alt wirkendes Papier, auf einer Schreibmaschine getippte Koordinaten. Diese führen zu einem Mülleimer in den Rheinauen. In diesem Mülleimer ist ein Holzkästchen hinterlegt, in dem ein Foto von einer männlichen Hand zu sehen ist. Zur gleichen Zeit meldet sich die Frau eines verschwundenen Bestatters. Kurz darauf besteht kein Zweifel mehr: die Hand gehört zu dem Vermissten.

Auf gleiche Weise verfährt der Entführer bei einer älteren Dame. GPS Koordinaten, diesmal gibt es einen Umschlag, in dem Hinweise auf die Vergangenheit der Entführten zu finden sind.

Da es jedoch keine Lösegeldforderungen vom Entführer gibt, ist es für die Staatsanwaltschaft auch keine richtige Entführung. Auf Bauchgefühle von Oliver Hell kann man da keine Rücksicht nehmen.

Was hat das alles auf sich? Und wie hängen diese Entführungen zusammen, bisher ist noch kein Muster zu erkennen.

Layout

Das Cover finde ich richtig gut. Titel des Buches und Layout des Covers passen in Schwarz-Weiß-Rot einfach perfekt zusammen. Zwei angebrannte Streichhölzer bilden ein Kreuz, vom Querbalken tropft  am Streichholzkopf Blut. Schriftart und das Streichholzbild wirken auf mich sehr gekonnt und rund. Es ergibt ein einheitliches Bild, das schon darauf hinweist, dass es sich um einen Roman aus dem Genre Krimi/Thriller handelt. Diese Kombination macht neugierig.

Fazit

Ich tat mir zu Anfang ein wenig schwer, in die Geschichte reinzukommen. Da ich die ersten beiden Bände nicht gelesen hatte, musste ich mir erst einmal ein Bild machen und hab ein wenig gebraucht, bis ich mir die Zusammenhänge der Vorbände erschließen konnte.

Aber da der neue Fall parallel aufkam, wurde ich mitgenommen und lernte Oliver Hell und sein Team schnell kennen. Ich weiß nicht warum, aber ich hatte immer den Eindruck, ich würde eine Folge „CSI“ schauen. Das ist nicht negativ, sondern eher positiv. Es wurde eine Spannung aufgebaut, die mich fesselte. Die Geschichte wurde durch mehrere Perspektiven beleuchtet: Hell, der Entführer, die Entführten, sodass sich nach und nach das Puzzle zusammensetzte. Mir als Leser hat das sehr gut gefallen. Zum einen wurden nach und nach Fragezeichen aus meinem Kopf gelöscht, andere Geheimnisse wurden wiederum aufgeworfen.

Das Tempo der Story wurde so immer auf einem rasanten Pegel gehalten und ich flog förmlich durch die Geschichte. Der eine oder andere Fingernagel musste dran glauben.

Die Sprache ist einfach gehalten und man kann sich schnell in die einzelnen Charaktere hineinversetzen. Ich hab im Kopf sogar selbst den grippalen Infekt eines Charakters mit durchgemacht, so sehr war ich im Team involviert.

Als nächstes werden die ersten beiden Bände auf meinen Reader wandern, aber ich warte mit dem Lesen erst einmal, bis meine Fingernägel wieder nachgewachsen sind.

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Drama | Krimi | Lebensgeschichte

„Hello Kitty muss sterben“ von Angela S. Choi

von am Juli 20, 2013

Handlung

Fiona Yu ist 28 Jahre alt und lebt noch in ihrem Elternhaus, die streng nach chinesischer Tradition leben. Der Spagat zwischen einem modernen Leben in San Francisco und chinesischer Tardition ist nicht leicht. Zu gerne würde Fiona mehr Freiheiten haben, vor allem im Thema Sexualität und Männerwahl. Mit 28 Jahren noch zu Hause zu leben und auch noch Jungfrau zu sein bringt Fiona zur Verzweiflung, und so beschließt sie, bei der Entjungferung einfach selbst Hand anzulegen. Sie will nicht mehr mehr die stille Hello Kitty spielen und versucht eine perfide Art der Rebellion gegen ihre Kultur und auch gegen ihre Familie

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