„Der Flügelschlag des Glücks“ von Lisa Jewell

Information:

Verlag: Limes
ISBN: 978-3-8090-2649-5
Seitenzahlt: 448 Seiten
Format: Taschenbuch, eBook, Hörbuch

Diese Rezension bezieht sich auf das eBook.

Handlung:

Ein Haus, eine sorgende Mutter und als zentraler Punkt immer das Osterfest.
Nachdem Mutter Loreley Bird gestorben ist, kommen alle Kinder wieder zurück in ihr Elternhaus. Es gibt viele Erinnerungen an diesem Ort. Und obwohl die Mutter immer versucht hat, alles so idyllisch wie möglich, vor allem zu Ostern, zu gestalten, war hinter der perfekten Fassade nicht alles rosig.
Loreley war ein Messie, noch als alle Kinder zu Hause waren, stapelte und hortete sie Sachen, bis zu ihrem Tod.
Das prägte die Kinder. Und als es an einem Osterfest zu einer Familientragödie kommt, zerbricht die Familie endgültig.
Nun, nach dem Tod der Mutter, sollen die Geschwister endlich die Gründe für den derben Schicksalsschlag erfahren.
Was treibt einen Menschen in den Selbstmord und was bringt einen Menschen dazu, nichts loszulassen, egal wie sinnlos es erscheint?

Layout:

Ein gemaltes Cover. Im Vordergrund ein Baum, darunter sitzt ein Mensch der liest, im Hintergrund ein Haus. Eine Grüne Wiese und der blaue Himmel. Eine idyllische, ruhige Szenerie. Die geschwungene Schrift des Titels fügt sich harmonisch mitten auf dem Bild ein,

Das Buch ist in Kapitel unterteilt, diese wiederum in Zeitabschnitte, immer zu Ostern in den verschiedenen Jahren.

Leider ist die Formatierung nicht sehr glücklich, so dass man einige Szenenwechsel nicht gut erkennt.

Fazit:

Eine sehr spannende Familiengeschichte bekomme ich hier geboten. Die Schreibweise der Autorin begeistert mich sofort und obwohl ich zu Anfang durch die Handlungssprünge nicht sofort zurechtkam, las ich dank Lisa Jewells Art und Weise zu erzählen, weiter.
Sehr einfühlsam wird die Geschichte der Familie Bird erzählt. Schon früh zu Beginn der Geschichte wird klar, dass Mutter Loreley eine schwierige Person ist und der Drang, Dinge aufzuheben und zu sammeln schon immer ihr Leben bestimmt hat.
Schön wird aufgezeigt, wie die Familienmitglieder mit der Situation umgehen, wie es sie prägt und was für Konsequenzen sie ergreifen. Jeder Protagonist ist nachvollziehbar ausgearbeitet und handelt schlüssig in den jeweiligen Situationen. Sie bekommen Tiefe und man kann sich in die Charaktere hineinversetzen.
Ungewöhnlich und deswegen für mich umso spannender war die Tatsache, dass Ostern der zentrale Zeitpunkt ist, nicht, wie man es in viele anderen Romanen liest, Weihnachten.
Die Geschichte wird durch Rückblenden erzählt, immer mal wieder komme ich aber auch zurück in das aktuelle Jahr 2011 und so fügt sich Stück für Stück das Mosaik zusammen. Und irgendwie rücken auch Stück für Stück die Geschwister wieder zusammen.
Denn es wird klar, egal was passiert, Zusammenhalt ist das wichtigste.
Ich war rundum zufrieden nach dieser Lektüre und deswegen auch 5 Eselsöhrchen.

Meine Bewertung:

„Bis ans Ende der Geschichte“ von Jodi Picoult

Information

Verlag: Penguin-Verlag
ISBN: 978-3328100515
Seitenzahl: 576 Seiten
Format: gebundene Ausgabe, Taschenbuch, eBook, Hörbuch

Diese Rezension bezieht sich auf das Taschenbuch.

Handlung

Sage Singer hat vor ein paar Jahren ihre Mutter bei einem Autounfall verloren, an dem sie ebenfalls beteiligt war. Sie jedoch trug „nur“ Narben im Gesicht davon. Seitdem hat sich ihr Leben allerdings verändert. Sie arbeitet als Bäckerin und ist sehr bemüht, das nur wenige Menschen ihr Gesicht zu sehen bekommen. Außerdem geht sie noch immer regelmäßig in eine Trauergruppe. Nicht, um ihr Trauer zu verarbeiten, sondern um sich immer wieder vor Augen zu führen, dass sie sich die Schuld am Tod ihrer Mutter gibt.
In dieser Trauergruppe lernt sie Josef Weber kennen, der sie später auch in der Bäckerei besucht. Obwohl er schon über 90 ist, sie Mitte 20, freunden die beiden sich an. Sie verstehen einander und geben sich den nötigen Freiraum, den sie brauchen.
Doch dann bittet Josef seine neue Freundin um etwas schier Unglaubliches. Sie soll ihn töten, denn er verdiene den Tod. Denn er war ein SS-Soldat und sie als Jüdin habe das Recht, nun ihn zu töten. Sage kann es kaum fassen und beginnt mit den Recherchen, denn sie will mehr Informationen und Beweise für seine Vergehen haben. Einfach einen Menschen umbringen, dass kann sie sich nicht vorstellen.

Layout

Das Cover ist weiß und blaue Zweige sind über das gesamte Buch verteilt. Oben links und unten rechts sieht man 2 Vögel, die einander zugewandt sind. In der Mitte in geschwungener Schrift ist der Titel des Buches geschrieben. Das Cover sieht sehr harmonisch aus und auf den ersten Blick denke ich, es handelt sich bestimmt um eine leichte Liebeslektüre.
Die Kapitel des Buches sind mit den Namen der gerade handelnden Protagonisten gekennzeichnet. Jeder Protagonist bekommt außerdem eine eigene Schriftart.

Fazit

Ich nehme dieses Buch in die Hand und allein der Einband sagt mir eigentlich, dass kann ja nur eine leichte Liebeslektüre von Autorin Jodi Picoult sein. Blaue, verspielte Zweige auf einem cremefarbenen Hintergrund. Zwei Vögelchen, die sich anschauen. Verspielte Schrift beim Titel des Buches.
Auch der Klappentext verrät nicht viel. Nur das ich die Geschichte von Sage Singer geboten kriege, die Bäckerin ist und eine ungewöhnliche Freundschaft beginnt.
Ja, genauso startet das Buch. In einer Trauergruppe. Da ist der Stoff schon nicht mehr ganz so leicht. Es wird über Verstorbene geredet, wie jeder mit der Trauer umgeht und wie man sie bewältigt. Dabei hat jeder seinen ganz eigenen Weg.
Und die Freundschaft zwischen Sage Singer und Josef Weber nimmt seinen Anfang. Und obwohl Josef fast schon ihr Uropa sein könnte, verstehen sie sich sehr gut.
Auch hier ahne ich noch nicht, wohin sich die Geschichte entwickelt.
Bis zum großen Knall. Josef offenbart Sage, er sei ein SS-Soldat gewesen, habe Juden getötet und wolle nun selbst sterben.
Uff, ich musste beim Lesen kurz schlucken, denn nun begann die Geschichte. Ziemlich passend ab Seite 100. Und ich las.
Seite um Seite baut Jodi Picoult die Geschichte auf. Sehr sensibel und mit dem richtigen Spagat zwischen Nähe und Distanz zum Thema 2. Weltkrieg und Judenverfolgung.
Die Autorin gibt jedem Protagonist Raum seine Sichtweise zu schildern.
Ich bin zwischen den einzelnen Charakteren hin- und hergerissen. Bekomme Empfindungen und Gefühle mit, und hinterfrage auch stets meine Sicht und mein Verständnis der Geschehnisse. Verjährt Schuld? Wer hat Schuld, kann man solche Verbrechen vergeben und wer sollte diese Taten vergeben?
Ein ergreifendes und packendes Buch, welches an die menschliche Moral appelliert und es schafft, noch lange in einem nachzuklingen.
Ganz klar 5 Eselsöhrchen von mir und eine noch viel klarere „Must-dringend-Read-jeder“-Leseempfehlung.

Meine Bewertung:

„Die Spuren meiner Mutter“ von Jodi Picoult

Die Spuren meiner Mutter von Jodi Picoult
Die Spuren meiner Mutter von Jodi Picoult

Information

Verlag: C. Bertelsmann, Randomhouse Verlagsgruppe
Seitenzahl: 512 Seiten
ISBN: 978-3-570-10236-7
Format: Gebundene Ausgabe, Hörbuch, eBook

Handlung

Alice Metcalf ist Elefantenforscherin und verschwindet eines Nachts spurlos. Eine Leiche wird gefunden, Thomas kommt in eine psychiatrische Einrichtung und die dreijährige Jenna wird von der Großmutter großgezogen.
Mit dreizehn wird in Jenna der Wunsch immer größer endlich das Geheimnis jener Nacht aufzuklären. Sie vermisst ihre Mutter schrecklich, fühlt sich verlassen und hofft sehr, dass Alice noch lebt.
All ihre Recherchen bringen sie jedoch nicht weiter. So wendet sie sich verzweifelt an das Medium Serenity und Privatdetektiv Virgil, der schon als Polizist an diesem Fall vor zehn Jahren dran war.
Gemeinsam, mit dem Tagebuch von Alice machen sie sich auf die Suche nach der Verschwunden und sie finden mehr raus, als sie jemals gedacht haben. Denn nichts ist, wie es zu Anfang schien.

Layout

Das gebundene Buch kommt mit einem Schutzumschlag daher, welcher türkis ist. Die goldenen, verspielten Linien und Kreise glänzen. Im oberen Drittel ist in großer weißer Schrift der Name der Autorin zu lesen. Darunter in dunkleblau und kleiner der Titel. Auf den unteren Linien schreitet eine Elefantenfamilie.
Ich mag das Cover sehr. Es macht neugierig auf das Buch, weil Titel und die Elefanten jetzt nicht sofort für den Leser in einer klaren Verbindung stehen. Man greift ins Regal und liest auf jeden Fall den Klappentext.
Das Buch ist in verschiedene Erzählperspektiven eingeteilt. Durch die großen Überschriften, wer gerade erzählt, findet man sich schnell zurecht.

Fazit

Noch nie fiel mir ein Fazit so schwer. Nicht weil ich das Buch nicht mag, ganz im Gegenteil. Wenn ich versuche objektiv zu bleiben, dann kann ich sagen, die Geschichte ist ungewöhnlich, spannend und bietet eine einnehmende Familiengeschichte, die zu begeistern weiß.
Jodi Picoult gibt jedem Protagonisten eigene Kapitel im Wechsel, so dass jeder Charakter seine Geschichte erzählen kann. Als Leser kann man zu jedem gleich eine Beziehung aufbauen und versteht Beweggründe und Handlungsweise. Mit Jenna hat man Mitgefühl, Serenity nimmt einen mit in das Leben als Wahrsagerin und Medium und auch Virgil wird als verschrobener Privatdetektiv unter seiner rauen Schale ein weicher Kerl.
Die verschwundene Alice berichtet viel über die Elefantenforschung, was aber in direktem Zusammenhang mit ihrem eigenen Leben steht.
So wird aus dieser Familientragödie ein vielschichtiger Roman mit ganz vielen Facetten zu Mutterliebe, Trauer und zu sich selbst finden.
Allein wenn ich objektiv beurteilen müsste, dann bekommt dieses Buch von mir 5 Eseslsöhrchen.
Aber in diesem Fall muss und will ich auch subjektiv bewerten. Dieses Buch begleitete mich durch sehr schwierige vier Wochen. Nein, es sind schon fast fünf. Gerade als ich angefangen hatte, mich mit Jenna auf die Suche nach ihrer Mutter zu begeben starb meine Mama.
Nun war ich in der gleichen Position meine Mama zu vermissen und konnte Jenna so gut nachvollziehen.
Ein paar Wochen musste ich das Buch zur Seite legen, jedoch mit dem Wissen, ich breche es nicht ab.
Und ich habe es nicht bereut. Ein Stück weit steckt meine Trauer nun zwischen den Seiten des Jodi Picoults Roman. Mit Sätzen und Weisheiten, die die einzelne Protagonisten von sich gaben, kam ich durch viele dunkle Stunden.
Und vor allem der Schluss des Buches packte mich und hängt mir auch heute, zwei Tage später, noch nach.
Es vermittelt so viel Hoffnung und Glauben im Thema Tod, dass ich gerne daran glauben möchte, dass meine Mama jetzt auch hier ist.
Den Schluss möchte ich nicht spoilern. Er kam unerwartet und berührte mich tief.
Einige Picoults habe ich schon gelesen. Aber ich muss sagen, dass dieser hier bisher der stärkste in meinen Augen ist. Ob das nun meine objektive oder subjektive Meinung ist, das kann ich nicht trennen. Aber das muss ich wohl auch nicht, denn dieses Buch erwischte mich eiskalt in einer Ausnahmesituation. Manchmal geht das Schicksal eben merkwürdige Wege. Als ob jemand wusste, dass ich dieses Buch mal lesen sollte….
Warum auch immer es den Weg zu mir fand. Ich danke Jodi Picoult sehr für dieses Buch und kann es euch allen, egal welches Genre ihr mögt, nur ans Herz legen. Vermissen, Trauer, Sehnsucht, man wird es einfach besser aushalten.
Von mir 5 Eseslöhrchen und das Buch bekommt von mir einen Ehrenplatz im Regal, damit es jeder sieht. Da, wo bewegende und großartige Bücher eben hingehören.

Meine Bewertung:

„Schattenblau – Das dunkle Raunen des Meeres“ von Karla Fabry

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Verlag: Create Space

Seitenzahl: 570 Seiten
ISBN:  978-1537213187
Format: Taschenbuch, eBook

Diese Rezension bezieht sich auf das eBook.

Handlung

Dies ist der 2. Band der Schattenblau Saga von Karla Fabry.

Ein halbes Jahr lebt Lilli nun schon mit ihrer Familie in Spanien. Und es ist schon soviel passiert. Sie ist in Alex verliebt, der sowohl an Land und auch im Meer leben kann.
Lilli entdeckt, dass es viel mehr als nur das Leben am Land gibt und erkennt, dass aber auch diese mysteriösen Wesen vielseitig sind und sich nicht immer nur gut verstehen.

Nun geht Lillis und Alex Geschichte weiter und alles spitzt sich noch mehr zu, wird noch dramatischer und leider auch brutaler. Denn die Welt weit unter dem Meer hat auch ihre Schattenseiten. Schattenblau eben und es gelten andere Gesetze als in Lillis Welt.

Als dann auch noch eine mysteriöse Krankheit ausbricht und sich die Wasserbewohner für die eher verhasste Menschenwelt einsetzt, ist es mit dem Frieden in dem fantastischen neuen Reich gänzlich hin.

Und Lilli ist mittendrin, denn sie hat eine wichtige Rolle in dem Krieg der Amphibien inne.

 

Layout

Das Cover gleicht dem von Band eins. Man erkennt wieder das verschwommene Gesicht der jungen Frau, welches unter Wasser zu sein scheint. Der Titel, welcher in weiß das Buchcover optisch in zwei Hälften teilt, ist in einer klaren, geschwungenen Schrift geschrieben.
In der unteren Hälfte sieht man ein Gewässer welches im Hintergrund durch einen Gebirgszug abgegrenzt ist. Stimmig und düster wirkt dieses Cover und lädt mich dazu ein, mich wieder in Lillis neue Welt zu begeben.

 

Fazit

Ich hatte immer leise gehofft, dass es einen zweiten Band gibt. Und als ich ihn dann endlich hatte, war ich höchst erfreut.
Die Handlung ist tatsächlich noch komplexer und verstrickter als im ersten Band und es machte mir einige Mühe, das alles kurz und spannend zusammenzufassen. Die Inhaltsangabe ist alles andere als vollständig. Aber ich mag auch nicht spoilern, denn das würde die Geschichte kaputt machen. Das ist so ein Buch, das muss man einfach selbst lesen.
Miteinander verwobene Handlungsstränge, vielschichtige, nachvollziehbare Charaktere und eine komplexe, neue Welt. Gepaart mit Karla Fabrys spannendem und lebendigem Erzählstil ist dieser zweite Band einfach ein Genuss. Fantasy-Freunde werden voll auf ihre Kosten kommen.
Ich hatte immer das Gefühl, ja, genauso muss das sein. Wenn es so etwas gibt, dann existiert diese Welt genau so wie Karla Fabry sie beschreibt. Oder gibt es die etwa schon so, und nur die Autorin weiß davon?
Ganz viele Punkte bringt Karla Fabry im zweiten Band zum runden Abschluss, aber irgendwie kann ich mich dem Gefühl nicht widersetzen, dass es noch Luft für einen dritten Band gibt. Ich weiß nicht, woran ich das fest mache. Aber ich glaube, Lillis Schicksal ist noch nicht zu Ende erzählt.

Klare, unumstrittene, wasserfeste 5 Eselsöhrchen

Klick auf diesen Link, um das Buch gleich euer eigen zu nennen:

Schattenblau: Das dunkle Raunen des Meeres

 

 

Meine Bewertung:

„Infernale“ von Sophie Jordan

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Verlag: Loewe
Seitenzahl: 384 Seiten
ISBN: 978-3785581674
Format: eBook, gebundene Ausgabe, Hörbuch

Diese Rezension bezieht sich auf das gebundene Buch.

Handlung

Endlich wurde das Gen identifizierst, welches jeder Mörder in seinem Erbgut trägt. Die Gesetze sehen es vor, dass alle Menschen sich auf dieses Gen per Bluttest testen lassen müssen. Davina Hamilton, Schülerin und begnadete Musikerin ist voller Träume und Pläne für ihre Zukunft. Sie ist in einer festen Beziehung und möchte nach der Highschool an der Juiliard studieren.
Doch als ihre Testergebnisse zurückkommen, bricht ihre komplette Welt zusammen. Der DNA-Test hat das Mördergen Homidical Tendency Syndrome (HTS) belegt.
Freunde wenden sich gegen sie, ihr Freund macht Schluss und ihre Familie kann sie als Tochter nicht mehr gutheißen.
Wird Davy wirklich eine Mörderin oder kann sie trotz aller Schwierigkeiten einen Platz im Leben finden.
Der spannende Auftakt zum zweibändigen Geschichte.

Layout

Auf dem grünlich blauen Cover ist das seitliche Gesicht eines Mädchens zu erkennen. Auf dem Hals hat sie ein H tätowiert.
Titel und Autorin stehen in klarer weißer Schrift auf dem oberen Drittel des Bildes.
Das gebundene Buch kommt mit einem sehr hochwertigen Papierumschlag daher. Außerdem hat es ein integriertes Lesebändchen.
Die Kapitel sind durchnummeriert. Zwischen den Kapiteln gibt es Abschnitte in dicker Schrift, in denen man SMS Unterhaltungen, Gesetze, Regierungsgespräche und andere zum Handlungsverstehen wichtige Dinge in kurzer Form erfährt.

Fazit

Erschreckend realistisch ist die Geschichte um Davy und ihr Schicksal, denn es wird tatsächlich schon nach einem Mördergen geforscht!
Diese Story könnte in ein paar Jahren Wirklichkeit werden. Und auch wenn das Buch in der Zukunft spielt, sind es doch nur 5 Jahre, die es weiter ist.
Davy ist eine sehr realistische Hauptprotagonistin. Sie durchlebt ihre Testergebnisse wie in einem Albtraum und reagiert mit allen nur nachvollziehbaren Emotionen über Traue, Wut, Leugnung und Akzeptanz.
Sophie Jorden treibt die Geschichte in einem sehr angenehmen Tempo voran, die Sprache ist leicht verständlich und ich finde mich als Leserin schnell in die Handlung ein.
Durch die zwischengeworfenen Gesetze und Regierungsgespräche erfährt man ganz nebenbei die Rahmbedingungen für HTS Träger.
Und immer begleitet mich eine Frage. Wird man nun zum Mörder, nur weil man ein bestimmtes Gen hat, oder liegt es an dem Umfeld und den Erlebnissen, die ein Mensch durchmacht. Wird Davy zur Mörderin, weil sie das Gen hat, oder weil die Welt sie von vorneherein so abstempelt? Was macht einen Menschen zum Mörder.
Mich hat das Buch regelrecht umgehauen und schockiert. Es ist nicht nur eine Dystopie, sondern zeichnet eine Zukunft, die gar nicht so weit weg ist. Ein bisschen sehe ich immer den erhobenen Finger der Autorin. Jeder ist seines Glückes Schmied. Und man muss gut überlegen was man mit dem ganzen Wissen und Können macht.
Von mir auf jeden Fall 5 Eselsöhrchen. Eine klare Leseempfehlung und ich glaube, ich habe mein Buch des Jahres 2016 gelesen.
Der zweite Band erscheint im Januar 2017 und ist schon vorbestellt!

 

 

 

Meine Bewertung:

Das Haus am See von Kate Morton

Zurück aus der Sommerpause starte ich gleich mit einem Buch, welches mich nicht mal drei Tage begleitet hat und mir den Start in den Sommer versüßt hat. Bittersüße Liebes-Lebens-Familiengeschichte mit Spannung und Tragödie. Da blieb keine Wunsch offen!

 

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Information

Verlag: Diana
Seitenzahl: 608 Seiten
ISBN: 978-3-453-29137-9
Format:  gebundene Ausgabe, eBook, Hörbuch

Diese Rezension bezieht sich auf das eBook.

Handlung
1933

Familie Edevane wohnt in einem prunkvollen Haus. Die Familie ist angesehen, vermögend und gesellschaftlich etabliert.
Während des jährlichen Mitsommerfests verschwindet der jüngste Sohn aus seinem Kinderbett in der Nacht.
Alles Suchen ist erfolglos, der Kleine bleibt verschwunden. Nur Schwester Alice scheint irgendwas zu wissen.

2003

Polizistin Sadie braucht von ihrem Job als Ermittlerin eine Auszeit. Sie konnte in einem Fall einfach nicht so helfen wie sie wollte. Doch diese Auszeit hindert ihren Spürsinn nicht daran, der vertrauten Arbeit nachzugehen. Bei einem Spaziergang stößt Sadie auf das verfallene Haus der Edevanes. Sie erfährt die Geschichte des verschwunden Jungen und beschließt den Fall noch einmal aufzurollen.
Dabei geht sie tief in die Familiengeschichte der Edevanes, trifft auf Tochter Alice, die nun Schriftstellerin ist und erfährt die ganze Tragödie, die die Familie so sehr aus der Bahn geworfen hat.

 

Layout

Passend zum Titel ist ein See im Vordergrund zu sehen, am Ufer auf der anderen Seite steht ein Haus. Oben rankt ein Blumenzweig auf dem Bild.
Es ist ein passendes, typisches Cover für dieses Genre, wenig innovativ und schon oft gesehen. Nichts desto trotz wirkt es stimmig.
Das Buch ist in Kapitel gegliedert. Ort und Zeitangabe kennzeichnen die Handlungsstränge eindeutig.

Fazit

Rasant und fesselnd. Dabei vielschichtig gut ausgearbeitete Hauptprotagonisten und zwei Handlungsstränge, die gut durchdacht sind. Manchmal kann Begeisterung so einfach funktionieren.
Durch die beiden Hauptprotagonistinnen Alice und Sadie sind die beiden Erzählebenen logisch miteinander verknüpft.
Ich erfahre gut dosiert die Ereignisse in der Vergangenheit und bekomme das bleibende Geheimnis, was und warum sich die Tragödie in der Nacht 1933 zugetragen hat. in der Gegenwart aufgelöst.
Emotionale und auch willensstarke Frauen begegnen mir in den Epochen, die nachvollziehbar reagieren und agieren.
Kate Morton schreibt flüssig. Es bleibt immer spannend und ich kann das Buch in einer Rutsche lesen, weil ich unbedingt wissen will, was nun geschehen ist. Die Mischung aus großer Familiengeschichte, persönlicher Tragödie und Liebe ist gelungen.
Von mir fünf Eselsöhrchen.

Meine Bewertung:

„Helenas Geheimnis“ von Lucinda Riley

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Verlag: Goldmann
Seitenzahl:
ISBN: 978-3-442-48405-8
Format: Taschenbuch, eBook, Hörbuch

Diese Rezension bezieht sich auf das Taschenbuch.

Handlung:

Sommer, Zypern, 2006. Nach Jahren kehrt Helena zurück nach Pandora, ein herrschaftliches Haus, in welchem sie schon in ihrer Jugend so manch schöne Ferien erlebt hat. Nun will Helena ihrer Familie dieses Anwesen zeigen. Und sie stellt sich auch ihrer Vergangenheit. Jugendliebe Alexis ist dabei nur eine Erinnerung, die das traumhafte Anwesen wieder in Helenas Gedächtnis ruft und somit sie und ihre Familie auf eine harte Bewährungsprobe stellt.
Helenas Familienglück wird durch ihre Geheimnisse überschattet.

Layout:

Das Cover ist so ein typisches Riley Ding, würde ich sagen. Florale Elemennte, ein idylischer Blick, verträumt und verspielt. Titel und Autorin in klarer Schrift mitten auf dem Cover platziert. So sehen die Romane von Riley eben aus, irgendwie beliebig und doch weiß ich, ach, das hat die Lucinda geschrieben.
Die Kapitel im Buch sind gut gegliedert, die verschiedenen Handlungsebenen und Zeiten gut gekennzeichnet und voneinander getrennt.

Fazit:

Kein typischer Riley. Die Handlung ist auf wenige Wochen angelegt. Einen Sommer lang begleite ich die Geschehnisse in Helenas Familie.
Dabei bekomme ich die Ereignisse aus verschiedenen Perspektiven geschildert. Helenas Sohn, hochbegabt, 13 Jahre alt, führt Tagebuch und schildert komplex die Ereignisse in Pandora. Alex geht es in erster Linie um das Geheimnis, wer ist denn nun mein Erzeuger.
Dann bekomme ich die Ereignisse noch allgemein geschildert, so dass ich alle Protagonisten mehr oder weniger gut kennenlerne.
Allein die verschiedenen Erzählweisen machen das Buch für mich sehr attraktiv. Auf der einen Seite der neutrale Erzähler, der hinter jede Fassade schauen kann. Dann der eigentlich heimliche  Hauptprotagonist Alex, den ich am besten kennenlerne, weil er mir sein Tagebuch offenbart.
Flüssig, schlüssig und spannend verpackt Lucinda Riley eine Familiengeschichte, die aus der Vergangenheit genährt wird, sich in einem Sommer abspielt und zehn Jahre nach den Ereignissen von Alex aufbereitet wird.
Eine erfrischend andere Lucinda Riley, womit ich allerdings erst warm werden musste, denn vergleichbar ist damit noch kein anderes Buch.
Eine leichte Geschichte, wie eine warme Sommerbrise auf Zypern eben. Ein Urlaubsschmankerl für zwischendurch, für Strand oder Balkonien. Von mir 4 Eselsöhrchen, denn einiges war sehr vorhersehbar.

Meine Bewertung:

„Ano Hana“ von Cho-Heiwa Busters

 

1085.jpgInformation:

Seitenzahl: 224
Großformat
Verlag: Tokyopop
Genre: Drama
Empfehlung: 15 Jahre +
ISBN: 978-3-8420-2557-8

Handlung:

Jintas liebste Freizeitbeschäftigung sind Videospiele. Er lebt sehr zurückgezogen bei seinem Vater. Die Schule verweigert er, auf soziale Kontakte legt er nicht viel wert. Eines Tages erscheint jedoch Menma. Seine verstorbene Freundin aus Kindheitstagen. Sie redet  mit Jinta, geht mit ihm mit, kommentiert sein Leben. Als wäre sie wirklich da. Jinta versucht sie zu ignorieren. Er ist der festen Überzeugung, dass sie ein Produkt seiner angespannten Nerven ist. Doch Menmas Erscheinung ist hartnäckig und sie lässt Jinta einfach nicht in Ruhe. Und so geschieht es, das Jinta sich mit seiner Vergangenheit, seinen alten Freunden und Menmas Todesumstände auseinandersetzen muss, auch wenn Jinta dieses immer verdrängen wollte.

 

Layout:

Das Cover ist mit glänzendem und matten Materialien gestaltet, der Titel ist in Prägeschrift im oberen Drittel des Covers zu finden. Die hellen Farben wirken freundlich und laden dazu ein. den Blick länger auf dem Manga zu halten.
Die Zeichnungen sind einfach und realistisch gehalten, die Hintergründe sind stimmig und nicht überladen. Der Text in den Sprechblasen ist gut verteilt, so dass das Layout einen flüssigen und geordneten Lesegenuss bietet.

Fazit:

Eine unaufgeregte Geschichte aus dem Drama-Genre, die durch die leisen und nachdenklichen Zwischentöne lebt. Der erste Band baut nach und nach die Spannung auf. Ich lerne Jinta kennen und erfahre durch Rückblenden, was in seiner Kindheit geschehen ist.
Im Laufe der Geschichte lerne ich auch seine Freunde kennen, was sie verbunden hat und wie sie nun zueinander stehen.
Es geht um Freundschaft, Verbundenheit und ums Erwachsenwerden. Ich mag diesen ersten Band sehr. Durch die richtige Mischung aus ersten Informationen und den aufkommenden Fragen bleibe ich bei der Geschichte und will wissen, warum die verstorbene Menma wieder da ist. Es geht um einen letzten Wunsch, aber nicht mal Menma kann sich mehr an ihren letzten Willen erinnern. Was geschah in Menmas letztem Sommer?
Ich freue mich sehr auf den nächsten Band, denn eines steht fest. Ich will wissen, was Menma zugestoßen ist und warum sie wiedergekehrt ist. Die Vergangenheit holt die Freunde ein. Und die will verarbeitet werden.

Meine Bewertung:

„Danching Jax – Zwischenspiel“ von Robin Jarvis

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Verlag: Script 5
Seitenzahl: 544 Seiten
ISBN: 978-3839001356
Format: eBook, Taschenbuch

Diese Rezension bezieht sich auf das Taschenbuch.

Handlung

Dies ist der 2. Band der Trilogie.

Fast ganz England ist von dem vermeintlich harmlosen Märchenbuch in den Bann gezogen worden. Acht Monate hat ein Land verändert.
Die wenigen Menschen, die noch nicht unter seinem Bann stehen, die sogenannten Abtrünnlinge, werden verfolgt und gejagt. In Camps sollen sie bekehrt werden.
Aber sie leisten Widerstand. Es helfen nur noch mehr Maßnahmen, aber die Abtrünnlinge lassen sich nicht unterkriegen und fliehen vor der Bedrohung.

Layout

Der zweite Band bleibt dem Vorgänger in der Aufmachung treu. Wieder eine Art makabere Spielkarte. Ein Joker in Form eines Totenkopfs.
Schrift, Farbe und Anordnung unterscheiden sich nicht von Band eins und reiht sich wunderbar in die Reihe ein.

Fazit

Nö, das war nichts für mich. Während ich Band eins in den höchsten Tönen gelobt habe, hat mich dieser Band maßlos enttäuscht.
Jarvis Schreibweise ist nach wie vor sehr gut, aber ich kam nicht in diesen Handlungsbogen hinein. Die Protagonisten aus Band eins fehlen, ich muss mich auf ganz neue Charaktere einlassen, die nach etwa 250 Seiten noch immer nicht wirklich was miteinander zu tun haben.
Ich habe mit Absicht weiter, als meine üblichen 100 Seiten gelesen, weil ich dachte, es wird sicher noch.
Aber es wurde einfach nur schlimmer. Ich habe mich an Hitler, das dritte Reich und KZ´s erinnert gefühlt. Kinder werden umgebracht, es gibt Gehirnwäsche und eine für mich nicht verständliche Brutalität.
Schade eigentlich, ich hätte nicht gedacht, dass sich das Buch in diese Richtung entwickelt.
Im Netz habe ich mir bewusst weitere Rezensionen durchgelesen. Das Buch scheint Geschmackssache zu sein, denn dem Großteil gefiel es sehr. Mir hat das Ganze nicht zugesagt und bekommt von mir 2 Eseslsöhrchen.

Meine Bewertung:

„Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert“ von Joël Dicker

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Verlag: Piper Verlag
Seitenzahl: 736 Seiten
ISBN: 978-3492056007
Format: gebunden, Taschenbuch, eBook, Hörbuch

Diese Rezension bezieht sich auf die Taschenbuchausgabe.

Handlung

Der junge Schriftsteller Marcus Goldmann legt mit seinem Debütroman einen Bestseller vor. Er ist der gefeierte Jungautor, von dem sich noch viel mehr versprochen wird. Doch er kann dem Erwartungsdruck nicht standhalten. Eine Schreibblockade verhindert seinen nächsten Roman. Immer wieder fängt er eine Geschichte an, nur um sie zu werfen. In dieser Zeit nimmt er Kontakt zu seinem alten Mentor Harry Quebert auf. Dieser wusste schon immer, dass sein ehemaliger Schüler das Zeug zu einem großen Autor hat. Er gibt ihm die nötige Kraft und Marcus fährt gestärkt und voller Tatendrang wieder nach Hause. Ein paar Tage später erfährt Marcus etwas Schreckliches. Sein ehemaliger Lehrer sitzt im Gefängnis. Er soll vor 30 Jahren ein 15 jähriges Mädchen getötet haben. Die Leiche wurde nun in seinem Garten gefunden, mit bei der Leiche das Originalmanuskripts des damaligen Bestsellers seines Mentors Harry Quebert. Für Marcus steht fest, er muss seinem Lehrer helfen, da kümmert ihn auch keine Deadline seines Verlags, die noch immer auf sein Manuskript warten. Für Marcus beginnt eine Reise in die Vergangenheit. Er will diesen Mordfall aufklären und bekommt gleichzeitig auch die einmalige Chance, seine Schreibblockade abzulegen.

Layout

Das Cover ist in creme-gelb gehalten. Als würde man durch ein Loch in einem Papier auf die nächste Seite schauen, sieht man einen Teil einer Stadt mit Tankstelle und Wohnhäusern. Oben in großen, klaren Buchstaben steht der Name des Autors in weinrot. Unter dem Bild findet sich sehr dominant in klarer, blauer Schrift der Titel des Buches.
Das Bild der Stadt durch dieses Loch im Papier findet sich auch im Buch, wenn ein neuer Teil beginnt. Vergangenheitsszenen und Gegenwart sind klar gekennzeichnet, es ist in Kapitel unterteilt und verschiedene Abschnitte, die das Buch nochmals klar gliedern.

Fazit

Ein so dicker Wälzer verdient auf jeden Fall Respekt. Egal welchen Inhalt das Buch hat. Voller Respekt und Ehrfurcht habe ich auch zu lesen begonnen. Ein wenig Angst hatte ich davor schon, dass vielleicht Langeweile wegen der Länge aufkommt. Wie viel Geplänkel kann auf so vielen Seiten geschehen, die einfach nicht handlungsrelevant sind. Aber die Angst war unbegründet. Jede Seite, jedes Ereignis war wichtig und tragend.

Marcus Goldmann erzählt mir seine Sicht der Dinge. Er erzählt wie es ist, wenn man Autor ist, auf was es ankommt, seine Erfahrungen mit Ruhm und Scheitern. Das ganze beginnt wie eine Biografie. Durch Rückblenden erfahre ich als Leserin, wie Marcus Harry Quebert kennenlernte. Aber schnell wird dieses Buch mehr. Es wird Kriminalfall, Liebesgeschichte, Kleinstadtdrama. Mit jede Menge Klischees zwar gespickt, aber dennoch nicht langweilig. Vergangenheit und Gegenwart wechseln sich ausgewogen ab, zwischendurch nimmt mich Marcus Goldmann sogar mit in sein Buch, welches in diesem Buch entsteht.
Mir hat dieser Roman richtig gut gefallen. Gerade weil so viele verschiedene Genres bedient werden, voller Klischees gespickt und dennoch so gekonnt neu verstrickt, bot es viel Spannung und Abwechslung. Ich konnte den Kriminalfall mit lösen, bekam drei Biografien und Drama. Ich vergebe 5 begeisterte Eseslöhrchen. Nach diesem Buch wird es schwer, mich auf was neues einzulassen, ich brauch wohl einen Tag eine Pause.

Meine Bewertung: