„Die Geschenke meiner Mutter“ von Cecilie Enger

Die Geschenke meiner Mutter von Cecilie Enger

Information:

Verlag: Penguin Verlag
ISBN: 978-3328100195
Seitenzahl: 272 Seiten
Format: eBook, Taschenbuch, gebundenes Buch

Diesse Rezension bezieht sich auf das Taschenbuch.

Handlung:

Cecilies Mutter ist an Altersdemenz erkrankt und kommt in ein Pflegeheim, da sie alleine im Alltag nicht mehr zurechtkommt. Nun ist es an der Zeit den Haushalt des Elternhauses aufzulösen. Cecilie fällt dies sehr schwer, da sie die Krankheit und das fortschreitende Vergessen nur schwer ertragen kann. Beim Aufräumen findet sie einen Stapel mit Zetteln, auf denen ihre Mutter Jahrzehnte lang alle Weihnachtsgeschenke an die Liebsten notiert hat. Das weckt viele Erinnerungen in Cecilie und bringt sie so ihrer Mutter wieder ein Stück näher. Es ist wie eine Geschichte, die ihre Mutter ihr nun nicht mehr erzählen kann, die auf diesem Papier notiert wurde.

Layout:

Auf dem Cover sieht man Hände. Diese scheinen einem Mädchen zu gehören, denn im Hintergrund sieht man ein verspieltes, hellblaues Kleid. Die Hände halten rote Kinderschuhe in die Kamera. Der Namen der Autorin und der Titel sind über und unter den Schuhen platziert und leuchten im gleichen Rot wie die Schuhe. Es ist ein übersichtliches und schlichtes Cover, das Bild ansprechend und es lädt ein, einen Blick in das Buch, wenigstens jedoch auf den Klappentext zu werfen.
Das Buch ist in Kapitel unterteil, die durchnummeriert sind.

Fazit:

Ich bekomme hier einen autobiografischen Roman. Autorin Cecilie Enger berichtet von ihrer an Alzheimer erkrankten Mutter. In vielen Erinnerungsschnipseln, die das Lesen der Liste in ihr auslösen, lerne ich die Familie kennen. Mit jedem Geschenk verbindet Cecilie Enger Erinnerungen, und diese Erinnerungen lösen weitere Erinnerungen aus.
Ich kann mir vorstellen, dass es genauso war. Sie hielt diese Liste in den Händen und ihre Erinnerungen schlugen regelrecht Purzelbäume, flogen durcheinander und löste eine Arte Dominobahn aus.
Für Cecilie ist die Liste nicht nur bloß eine Liste. Sie nähert sich ihrer Mutter wieder an und kann sich mit der Krankheit der Mutter versöhnen. Denn in ihren Erinnerungen, die so wehmütig und bittersüß sind, erkennt Cecilie Enger, dass ihre Mutter ein sehr erfülltes und spannendes Leben hatte. Voll mit Abenteuern, einem erfüllten und turbulenten Familienleben und vielen Menschen, die sie stets geliebt haben und noch lieben.
Auch ich ertappe mich immer wieder beim Lesen, wie sehnsüchtig die Gedanken schweifen lasse. Zurück in meine eigene Kindheit und wie ich über meine Mama nachdenke, die letzten Dezember gestorben ist. Ich kann die Gedanken der Autorin nachvollziehen, dass sie sich bewusst mit dieser Liste und den Erinnerungen daran auseinandersetzen mag, denn es scheint lebendige Geschichte zu sein.
Das Buch ist wunderschön und rührend geschrieben.
Leider gibt es für mich einen Wehmutstropfen. Cecilie Enger schreibt die Geschichte sehr sprunghaft. Von der einen Erinnerung zur anderen springt sie in den Zeiten hin und her. Sie erklärt, warum sie das so macht. Weil ihr eben in dieser Reihenfolge die Listen der Geschenke in die Hände fielen und sie es dem Zufall überlassen will, was als nächstes kommt. Für mich jedoch ist es zwischendurch zu sprunghaft und es fehlt so ein wenig der rote Faden. Natürlich soll es gar nicht darum gehen, es sind eher Momentaufnahmen des Lebens der Mutter. Jedoch hätte es für mich genau das gebraucht, um das Buch für mich genial zu machen. So waren es eben nur Aneinanderreihungen von Erinnerungen, die ich mir als Fremde erst zusammenbasteln muss.
Von mir rührende drei Eselsöhrchen, denn das Cecilie Enger erzählen kann, das steht fest. Jedoch glaube ich, dass das Buch noch viel besser hätte sein können.

 

 

Meine Bewertung:

„Deutschland ist bedroht“ von Düzen Tekkal

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Verlag: Berlin Verlag
Seitenzahl: 224 Seiten
ISBN: 978-3827013286
Format: eBook, Taschenbuch

Diese Rezension bezieht sich auf das Taschenbuch!

Handlung

Dieses Buch ist autobiografisch. Autorin Düzin Tekkal erzählt von sich als kurdische Jesidin, in Deutschland geboren und aufgewachsen, freie Jounrnalistin, die sich während der grausamen Taten des IS gegen ihre Glaubensbrüder und -schwestern mit ihren Wurzeln konfrontiert und stellt sich ihrer Herkunft. Gleichzeitig beginnt sie zu reflektieren. Wer bin ich als Mensch und was kann ich als Individuum mit all meinen Hintergründen für meine Heimat tun.
Politisch engagiert, couragiert und mit Weitsicht auf die Ereignisse, schildert Düzen Tekkal aus ihrem Leben und schafft es, klar wie nie Zusammenhänge zu schildern.

Layout

Das Layout ist schlicht gehalten. Ein Porträt der Autorin, klare Schrift im Buchtitel. Eben ein autobiografisches Cover. Vier Abschnitte gliedern das Buch übersichtlich in Frau Tekkals Themenbereiche, Kapitelüberschriften in den Abschnitten sorgen für eine klare Struktur.

Fazit

Als ich das Buch vorbestellt habe im Februar, war ich auf Antworten nach dem Warum. Meine beste Freundin, deutsche Jesidin, war im Januar, ohne irgendwem davon zu sagen, nach Shingal gegangen, um dort ihrem Volk als Arzthelferin in einem Krankenhaus zu helfen. Das ihre Liebe zu ihrem Volk groß war und sie immer auf der Suche nach Wurzlen war, das wusste ich.
Aber ihr fiel es immer schwer, mit mir darüber zu reden. Doch ich wusste, was sie bewegte.
Als sie weg war, war es Schock und Verständnis zugleich. Aber ich wollte mehr Antworten. Und durch Zufall fand ich die Person Düzen Tekkal. Ich war beeindruckt von ihrer Arbeit und sah soviel von meiner Freundin in ihr. So bestellte ich das Buch, um noch mehr zu verstehen.
Und ich verstand. Nicht nur die Jesiden, sondern auch endlich alles.
Alles hängt zusammen. Wir sind nicht nur Deutschland. Wir sind eine Welt und egal was irgendwo passiert, Grenzen dicht machen nutzt nichts. Wir können uns der Verantwortung nicht entziehen. In keiner Frage. Auch nicht in der Frage der Flüchtlingskirse.
Je mehr wir in Zusammenhang bringen, je mehr wir hinterfragen, je mehr wir wissen, desto einfacher ist es für jeden, die Werte unseres Landes zu schützen. Denn Werte, Moral und Ethik hat nichts mit Herkunft, Rasse oder Religion zu tun. Es ist die Pflicht eines jeden Menschen für Werte und sozial gerechtes Miteinander einzustehen.
Schimpfen, meckern, brüllen, das alles bringt nichts. Mitgestalten und sich einbringen!
Danke Frau Tekkal. Nicht für Ihren Mut, dieses niederzuschreiben und somit von jeder extremen Front einen auf den Deckel zu bekommen. Dafür danke ich nicht, dafür verneige ich mich. Nein. Danke für die Leidenschaft anderen zu zeigen, wie wichtig es ist, nicht nur über Sachen zu reden, sondern auch zu machen. Damit der German Dream und Multikulti wieder leben kann!
Ich lebe gerne hier. Nicht weil ich stolz darauf bin, eine Deutsche zu sein. Sondern weil ich stolz darauf bin, wie bunt ein Leben in einer Demokratie ist. Und so soll es auch bleiben. Wir dürfen uns das von keinerlei einseitigem Gedankengut kaputt machen lassen!

Von mir klare 5 Eselsöhrchen, eine Leseempfehlung für alle, die AfD wählen, die Pegida Demos besuchen und die meinen im Namen Gottes alles menschliche kaputt machen zu müssen.

Wir sind alle Menschen und sollten uns für menschliche Werte einsetzen! Danke Frau Tekkal

Meine Bewertung: