„Good as Gone“ von Amy Gentry

Good as Gone von Amy Gentry
Good as Gone von Amy Gentry

Information

Verlag: C. Bertelsmann
ISBN:     978-3570103234
Seitenzahl: 350 Seiten
Format: eBook, Taschenbuch, Hörbuch

Diese Rezension bezieht sich auf das Taschenbuch.

Handlung

Als acht Jahre zuvor die 13-jährige Julie aus dem Elternhaus entführt wird, ist für die Familie nichts mehr, wie es war.
Nun taucht die Tochter wie aus heiterem Himmel wieder auf. Sie steht einfach so vor der Tür ihres Elternhauses. Verstört, verwahrlost aber lebend.
Was ist Julie in den acht Jahren nur wiederfahren?
Die Freude währt nicht lange, denn Julie scheint sich in den acht Jahren verändert zu haben. Was ja eigentlich auch nur natürlich ist. Oder ist es etwa gar nicht die vermisste Tochter und Schwester.
Eine belastende Zeit beginnt für die Familie, die noch schwerer scheint, als die Zeit nach der Entführung. Wem kann man trauen und was ist wirklich vor acht Jahren geschehen?

Layout

Der Einband ist schwarz. Der Titel ist in gelber Prägeschrift in großen, klaren Buchstaben auf dem Cover zu sehen. Darunter der Untertitel „Ein Mädchen verschwindet. Eine Fremde kehrt zurück.“ Er ist in der gleichen Schriftart wie das Titel, jedoch um einiges kleiner und in einem hellen Grau geschrieben. Im ersten O von Good sieht man den dunklen Umriss einer Frau, die von oben hell angestrahlt wird.

Fazit

Ein sehr flutschiges Buch, wenn ich mal so unverblümt drüber reden darf. Nein, im Ernst.
Ich bekomme mit „Good as Gone“ einen sehr gut durchdachten Psychothriller, der spannend anfängt, so dass ich ihn einfach nicht mehr aus der Hand legen mag. Die ersten 100 Seiten waren in einer Rutsche weggelesen und auch ab Seite 101 gab es für mich als Leser kein Entrinnen.
Gleich von der ersten Seite ist das Buch dicht gepackt an Handlung und der Sog beginnt.
Die Story wird mir von der Mutter erzählt, zum größten Teil, sodass ich Anna gut nachvollziehen kann in ihren Ängsten um ihre Tochter, aber auch in den Zweifeln, die sich nach und nach in ihr aufbauen, ist sie authentisch dargestellt.
Dann bekommen einzelne Protagonisten eigene Kapitel, die mir aber von einem allgemeinen Erzähler berichtet werden. Mal sind es Schnipsel aus der Vergangenheit, mal Ereignisse die gerade passieren.
So gelingt es der Autorin Amy Gentry ein dichtes Geflecht an rasanter, psychischer Handlung zu spinnen, die einen nicht mehr loslässt.
Die Protagonisten agieren glaubwürdig und man kann spüren, was in ihnen vorgeht. Ich leide regelrecht mit Mutter und Schwester, und auch mit dem Vater, die sich ständig fragen, wer ist diese Julie, die da wiederaufgetaucht ist. Darf man ihr zweifeln, oder sollte man ihr blind vertrauen?
Von mir gibt es begeisterte 5 Eseslsöhrchen und den einen oder anderen abgeknabberten Fingernagel.

 

Meine Bewertung:

„Tanz in die Freiheit“ von Susanne Betz

Tanz in die Freiheit von Susanne Betz
Tanz in die Freiheit von Susanne Betz

Information

Verlag: C. Bertelsmann
ISBN: 978-3570102114
Seitenzahl: 352 Seiten
Format: Gebundene Ausgabe, eBook

Diese Rezension bezieht sich auf die gebundene Ausgabe

Inhalt

Wir schreiben das Jahr 1791. Die Geschichte beginnt in Weimar. Die Geschwister Felix und Eleonore sind die Kinder von einem adeligen Hofbeamten und einer Mutter, die sich sehr exzentrisch um die Wissenschaft der Mathematik kümmert. Die jungen Erwachsenen sind eher auf sich allein gestellt und das Leben langweilt die beiden sehr. Abwechslung bringt nur der Nachbar Johann Wolfgang von Goethe und die Geschichten, die aus dem fernen Paris zu ihnen dringen. Felix und Eleonore saugen das alles auf, denn es ist ihre Art nach Freiheit zu streben, was ihnen das Leben in Weimar einfach nicht bietet.
Dann stirbt die Mutter. Im Testament verfügt sie, dass ihre Kinder nur dann erben, wenn sie ihre mathematischen Formeln nach Paris bringen. Monsieur Schwartz soll die Berechnungen erhalten.
Eine Willkommene Wende im Leben der Geschwister. In Paris scheint alles so viel freier und offener, doch noch immer herrschen hier die Irren und Wirrungen der französischen Revolution. Welchen Preis müssen die Geschwister für ihren Drang nach Freiheit zahlen?

Layout

Man sieht eine junge Frau, sie schaut aus einem Fenster und steckt sich die Haare hoch. Man sieht ihren Rücken. Oben steht der Name der Autorin und im unteren Drittel präsent in Rot der Buchtitel. Das Cover ist wirklich sehr schlicht gehalten, verfehlt jedoch nicht seine Wirkung.
Die Kapitel sind mit Zeitangaben versehen, so dass eine klare Gliederung entsteht.

Fazit

Ein historischer Roman, in dem ich zwei junge Menschen in die Welt hinausbegleite. Natürlich geht es in erster Linie um die Geschwister Felix und Eleonore, doch es geht auch um mehr.
Geschickt schafft es Autorin Susanne Betz die Geschichte der Geschwister in die Geschichte der französischen Revolution zu verweben.
Eleonore und Felix sind sehr authentische Charaktere, beide erzählen abwechselnd ihre Geschichte und beide haben ihre eigenen Gründe aus dem konservativen, steifen Weimar auszubrechen. Sie sind beide nicht so geradlinig, wie es die Provinz von ihnen erwartet, und das macht das Buch sehr spannend.
Passen die beiden jungen Menschen denn in die scheinbar weltoffenere Metropole Paris, oder ist auch dieses alles mehr Schein als Sein?
Eine Art Selbstfindung mit der Frage, was eigentlich genau ist denn Freiheit? Und wieviel Freiheit bringt eine Revolution? Sowohl im Kleinen, als auch im Großen?
Neben den beiden Hauptcharakteren begegnen dem Leser viele historische Nebencharaktere, die das Buch sehr lebendig machen.
Alles in allem mochte ich die Erzählweise sehr, die Handlung war zügig. Das ist vielleicht auch das einzige Manko, was ich bemängeln möchte. In einigen Szenen des Buches wäre ich gerne länger geblieben. Ich hätte gerne viel mehr Paris gehabt und viel weniger Weimar, denn bis sie aufbrachen verging einige Zeit, in der mich das Buch erst gar nicht richtig packen wollte. Erst als ich mit den Geschwistern Paris erobern durfte, fesselte es mich.
Deswegen gibt es solide 4 Eseslsöhrchen und für alle Geschichtsmuffel eine klare Leseempfehlung.

 

 

Meine Bewertung:

„Das Paket“ von Sebastian Fitzek

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Verlag: Bastei Lübbe
Laufzeit: 411 Minuten
ISBN: 978-3-7857-5389-7
Gelesen von: Simon Jäger
Format: Hörbuch, Taschenbuch, eBook

Diese Rezension bezieht sich auf das Hörbuch.

Handlung

Emma wird in einem Hotel während einer Psychiatertagung von dem sogenannten „Friseur“ überfallen und vergewaltigt.
Doch ihr Mann und ihre Freunde glauben ihr nicht. Im Hotel war Emma nämlich nie zu Gast, und auch ihre gesundheitliche Vorgeschichte lassen die Schlüsse zu, dass sie sich vieles nur eingebildet hat.
Seit diesem Vorfall jedoch sind ihre Ängste und Zwänge, die sie schon seit ihrer Kindheit hat, noch ausgeprägter, so dass sie auch ihrem Job als Psychiaterin nicht mehr nachgehen kann.
Als eines Tages der Postbote ihr ein Paket für den Nachbarn zustellt, zweifelt auch sie an ihrem Verstand, aber glaubt auch fest daran, den Täter gefunden zu haben, direkt in ihrer Nachbarschaft. Nun geht der Wahnsinn erst richtig los.
Emma fragt sich, ob sie wirklich den Verstand verliert oder ob jemand ein perfides Spiel mit ihr spielt.

Fazit

Ein Fitzek mit kleinen Schwächen und ein wenig durchschaubar.
Nichts desto trotz war das Hörbuch spannend und ich habe es sehr gerne gehört. Simon Jäger schafft es jedem Protagonisten einen ganz persönlichen Touch zu geben und jeden ein wenig anders klingen zu lassen.
Ein perfider Thriller, der wieder die dunklen Abgründe der Menschen betrachtet.
Emma ist eine Hauptprotagonistin, der man durch die Erzählung den Wahnsinn, der in ihr entsteht, anmerkt. Auf den ersten Blick scheint Emma sehr konfus und verwirrt zu handeln. Aber genau das ist sie ja auch. Verwirrt, durch die Psychospiele, die mit ihr gespielt werden. Medikamente und Angst tun ihr übriges. Ich kann zwar ihre Handlungen nicht immer verstehen, aber das soll man ja auch wahrlich nicht. Das ist schon sehr gut von Sebastian Fitzek als Autor und Simon Jäger als Sprecher rübergebracht.
Die Handlung ist dicht gepackt, die Ereignisse überschlagen sich und ziehen sich bis zum großen Finale zu.
Und dennoch fehlt es an dem gewissen Tüpfelchen. Trotz viel Brimborium vor dem Buch ist „Das Paket“ für mich persönlich schwächer als vorherige Fitzek Romane. Ich kann nicht mal genau sagen, woran ich das festmache. Es fehlt einfach ein wenig an Raffinesse, an dem einen Punkt, der mich denken lässt: Wow, wie ist ihm das denn eingefallen.? So wie es mir zum Beispiel beim Passagier 23 ging. Von mir 4 Eseslsöhrchen, denn nur weil „Das Paket“ nicht vollgestopft mit dem Allerbesten ist, ist es noch lange nicht schlecht.

Meine Bewertung: