Drama | Historie

„Die Bücherdiebin“ von Markus Zusak

von am März 27, 2014

Handlung

Kurz vor Beginn des 2. Weltkriegs beschließt Liesels Mutter, sie und ihren Bruder bei Pflegeeltern unterzubringen.

Auf dem Weg nach Molching, in der Nähe von München, verstirbt Liesels Bruder im Zug an Keuchhusten. Das ist die allererste Begegnung, die Liesel mit dem Tod hat. Nach der Beerdigung findet Liesel auch ihr erstes Buch auf dem Friedhof, welches sie einfach kurzerhand einsteckt, weil es sie immer an ihren Bruder erinnern wird. Erst später stellt sich heraus, dass dieses“ Buch für Totengräber“ ihre Karriere als Bücherdiebin einläutet.

Bei ihren Pflegeeltern fühlt sich Liesel zuerst gar nicht wohl und das Einleben unter dem ruppigen Ton von Rosa Hubermann fällt ihr sehr schwer. Aber Ziehvater Hans Hubermann wickelt die Kleine schnell um den Finger mit seiner herzlichen Art und bricht das Eis. Er ist es auch, der Nachts für Liesel da ist, wenn die Albträume kommen und er bringt ihr auch das Lesen mit dem „Buch für Totengräber“ bei. Liesel merkt schnell, dass neben ihren neuen Freunden und ihren Zieheltern vor allem die Bücher ihr die Kraft geben, durch diese schweren Zeiten des Naziregimes zu kommen. Sie muss nur an Lesestoff ran kommen, egal was es ist, Hauptsache die Wörter nehmen sie mit.

Layout

Ich hab das Buch zum Film vor mir liegen. Die Schauspielerin der Liesel steht im Vordergrund, sie schaut ernst und hält ein Buch fest an ihren Körper gedrückt.

Im Hintergrund sieht man eine Truppe von Nazisoldaten, die Bücher verbrennen. Alles ist in Sepiatöne gehalten. Ich finde das Cover sehr stimmig und es zeigt, wohin mich das Buch mitnehmen möchte.

Das Buch selber ist in verschiedenen Abschnitte unterteilt, diese wiederrum in Kapitel und immer mal wieder gibt es so etwas wie Fußnoten oder auch Anmerkungen des Erzählers, also vom Tod, um die Geschichte und Einzelheiten genauer zu beleuchten.

Fazit

Das war ein schwerverdauliches 5-Sterne-Menü.

Die Geschichte, die mir vom Tod selbst erzählt wird, hat es emotional und gedanklich echt in sich. Eins vorweg, dieses Buch ist nicht an einem Tag einfach weggelesen, es regt zum Nachdenken an und beschäftigt mich sehr. Auch jetzt, einen Tag danach lässt Liesels Geschichte mich nicht los. Ich bin beeindruckt wie Liesel mit ihrem Schicksal umgeht und trotz Niederschläge und schweren Zeiten nicht aufgibt. Sie berührt mich, tief in meiner Seele und ich finde mich selbst in ihr wieder.

Der Erzählstil ist für mich gewöhnungsbedürftig. Das liegt nicht an der Tatsache, dass der Tod es erzählt. Diesen Punkt konnte ich immer sehr schnell ausblenden, denn lange Abschnitte war der Tod halt einfach nur ein alleswissender Erzähler für mich, mehr nicht.
Es lag eher an der Sprache, an die ich mich erst gewöhnen musste. Nach einigen Seiten, war ich jedoch eingelesen, und die Geschichte wurde zum wahren Hochgenuss.

So ein Buch schreibt und liest man sicherlich nur einmal im Leben. Zwei lange Wochen durfte ich Liesel begleiten und das Ende machte es mir doch ein wenig leichter, denn alles war gut. Nur der Weg dorthin war tränenreich. Aber Tod ist halt der Tod, und der berichtet nüchtern von seinem Job.

Trotz Schwermut vergebe ich für ein einmaliges Buch und eine Schwester im Geiste 5 Eselsöhrchen!

Meine Bewertung:

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Fantasy | Jugendbuch

„Der Preis der Ewigkeit“ von Aimée Carter

von am März 12, 2014

Handlung

Der dritte Band dieser Trilogie knüpft nahtlos an den zweiten Band an. Nach neun Monaten in der Gewalt von Calliope und Kronos bringt Kate ihren Sohn Milo zur Welt. Alles könnte so harmonisch sein, aber Calliope hat nun alles was sie will und kann ihren Plan, Kate umzubringen, endlich in die Tat umsetzen. Doch Kronos hat andere Pläne. Er bietet Kate einen Handel an. Wenn sie mit ihm zusammen die Unterwelt regiert, dann werden ihr Leben und auch das Leben ihres Kindes verschont. Sollte sie nicht zustimmen, will er sie nicht schützen und die komplette Menschheit vernichten.

Kate muss nun abwägen. Denn nun ist sie nicht nur Göttin sondern auch Mutter.

Layout

Auf den ersten Blick kann man erkennen, dass dieser Band in die Götter-Trilogie gehört. Gleiche Aufmachung der Farben, gleicher Schriftzug im Titel wie die Vorgänger. Das einzige was sich geändert hat, ist das Bild der dargestellten Frau. Sie liegt auf einem Efeugrund. Nur der Kopf und eine halbe Schulter sind zu erkennen und sie schaut verträumt aber auch ernst in die Ferne.

Ich finde es gut, dass sich dieses Layout strickt durch alle drei Bände zieht. Es schafft eine Einigkeit.

Fazit

Ich möchte jetzt einfach mal behaupten, dass für mich dieser letzte Band der stärkste war. Ich fand es beeindruckend, wie nachvollziehbar Kate eine Wandlung durchmacht.

Von einem unbeholfenen, weinerlichen Teenager, über eine zweifelnde und unsichere Ehefrau bis hin zur starke, selbstbewussten Frau und beschützenden Mutter, die weiß, was sie will. Ich glaube, so eindeutig und berührend habe ich das in noch keinem Buch erlebt.

Und das macht auch die Spannung in dem Buch aus. Ich bleibe gerne bei Kate und begleite sie, die mir die Geschichte wieder in der Ich-Form erzählt. Nachvollziehbar und gleichbleibend spannend erzählt die Autorin in einfachen, jedoch mitreißenden Worten Kates Geschichte. Man sieht alles aus Kates Perspektive und man erlebt eine mehr und mehr wachsenden Liebe zu Henry und einen Mutterinstinkt. Egal was passiert, Kate ist gereift und sie geht ihren Weg, ohne aufzugeben oder zu zweifeln.

Geniale Trilogie, die ich gerne gelesen habe und die man wohl nicht besser hätte machen können.

Meine Bewertung:

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Jugendbuch | Thriller

„Saeculum“ von Ursula Poznanski

von am März 9, 2014

Handlung

Als Medizinstudent Bastian Sandra kennenlernt, taucht er in eine ihm völlig unbekannte Welt ein. Sandra begeistert sich für das Mittelalter und zusammen mit der Gruppe „Saeculum“ erlebt sie immer wieder Conventions, auf denen sie ein paar Tage in ihre Mittelalterrolle schlüpft.

Zuerst hat Bastian nicht wirklich den Drang, dieses merkwürdige Hobby zu vertiefen. Er ist irritiert von der Sprache und den Verhaltensweisen, die die Rollenspieler mit völliger Inbrunst und Liebe an den Tag legen. Aber da er beginnt sich in Sandra zu verlieben, lässt er sich auf die große Convention zu Pfingsten in einem fern abgelegenem Wald einladen. Er ist einer von nur Wenigen, die zu dieser Veranstaltung von Spielleiter Paul eingeladen werden.

In einer „Zentrale“ müssen sie alles, was nicht ins Mittelalter gehört ablegen und sind von nun an in ihrer Rolle. Ohne Handy, ohne Brille und alles, was das Leben sonst so angenehm macht, Geht die Gruppe in die Wildnis, für fünf Tage.

Aber als der erste Spieler vermisst wird, wird aus Spiel plötzlich Ernst. Ist der Fluch, von dem in einer Sage die Rede ist, doch wahr?

Layout

Das Buch ist in schlichtem Schwarz-Weiß gestaltet. Äste und Zweige in schwarz zieren den kompletten Bucheinband auf weißem Untergrund. Die Schrift des Titels prangt mitten drauf und mutmaßt im Schriftbild mittelalterlich an.

Im inneren des Buches gibt es in regelmäßigen Abständen schwarze Seiten, die einen in Ereignisse vor der Convention mitnehmen. Die Anfangsbuchstaben der einzelnen Kapitel sind mit verschnörkelten Buchstaben geschrieben und die Seitenzahlen scheinen verzerrt.

Mir gefällt das Layout des Buches sehr gut. Obwohl es schlicht ist, fällt es auf und es verleitet, es in die Hand zu nehmen. Die schwarzen einzelnen Seiten erkennt man sofort und man blättert ganz automatisch rein.

Fazit

Oh mein Gott.

Lange habe ich mich nicht mehr so sehr gegruselt. So sehr, dass ich das Buch zwischendurch mal aus der Hand legen musste. Ich hätte mir fast in die Hose gemacht.

Die Autorin hat mich in den ersten Sätzen mitgenommen in die mir unbekannte Welt des Mittelalter-Rollenspiels. Zu Anfang empfand ich das Buch erst einmal sehr schleppend, aber nur bis die Rollenspieltruppe im Zug saß und Paul von dem Fluch erzählte, der der Spielstätte wohl inne wohnt.

Von da ab gibt es kein Entrinnen mehr. Eine regelrechte Spirale der Spannung nimmt mich immer tiefer mit und schürt meine Angst. Frau Poznanski hat die Gabe Situationen und Umgebungen so gut zu beschreiben, dass man sich mitten im Buch befindet und Zuschauer dieser Geschichte wird.

Ich fand die einzelnen Charaktere authentisch. Vor allem Bastian und Iris wachsen einem sehr ans Herz, weil man sie als Leser am meisten begleitet. Man erfährt Hintergründe und kann ihre Gedanken und Handlungen sehr nachvollziehen.

Konstant spannend treibt die Autorin die Geschichte voran. Ständig fragt man sich als Leser, ob es wirklich spukt oder ob nicht doch eine Mensch dahinter steckt.

Leider muss ich zugeben, dass ich das Buch relativ schnell durchschaut hatte. Da wurde sich derbe aus der Klischeekiste bedient. Da ich aber immer wieder dachte, dass diese Erklärung ja viel zu einfach sei, blieb das Buch trotz allem spannend und ein paar kleinere Überraschungen hatte Frau Poznanski zum Schluss dann doch noch für mich übrig.

Deswegen, trotz dieser kleinen Schwäche alle fünf Eselsöhrchen.

Meine Bewertung:

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Komödie | Krimi

„Küss niemals deinen Ex“ von Birgit Kluger

von am März 6, 2014

Handlung

Als Janas Schwester Irene sie bittet, den Neffen eines Mandanten zu finden, klingt das im ersten Moment nach schnellem und einfach verdientem Geld. Jana nimmt diesen Auftrag gerne an, denn da sie chronisch pleite ist, kann sie ein paar schnelle Euros gut gebrauchen.

Jana geht den Hinweisen ihrer Schwester nach und schon bald stellt sich heraus, dass sich der Gesuchte auf Ibiza aufhalten soll. Was für ein Spaß. Auf Spesenkosten Urlaub machen und Sonne tanken.

Das hat Jana sich aber auch nur so gedacht. Denn sie staunt nicht schlecht, als sich herausstellt, dass der Gesuchte ihr Exfreund Lex ist und als dann auch noch auf sie geschossen wird, ist der Traum vom schnell verdienten Geld ausgeträumt.

Auf was hat sich da nur eingelassen?

Layout

Ein buntes Cover springt einen sofort an. Vor einem rosa-lila-gelb-weißen Hintergrund erkennt man die pink-lila Silhouette eines küssenden Pärchens auf der rechten Seite. Neben ihnen auf der linken Coverhälfte schwirren Herzen und Fragezeichen.

Der Titel steht über dem Bildmotiv. Es sieht so aus, als hätte jemand aus Illustrierten Buchstaben ausgeschnitten und daraus den Titel gebastelt.

Unter dem Pärchen erkennt man in der gleichen Machart wie den Titel den Namen der Autorin.

Mir persönlich gefällt das Layout sehr gut. Die Farben sprechen mich an und die vielen Einzelheiten verleiten dazu, das Cover länger zu betrachten. Es macht Lust auf den Klappentext des Buches, um zu erfahren, um was es geht.

Fazit

Das war ein rasantes und witziges Abenteuer, wie ich es mag.

Jana ist mir sofort sympathisch. Sie ist gar nicht so, wie man sich eine taffe Ermittlerin vorstellt. Aber ihre Schwester hat ja genauso wie Jana gedacht, dieser Fall wäre ein Kinderspiel.

Jana gerät immer wieder in brenzlige und heikle Situationen. Aber mit Witz, Charme und ihrer besten Freundin Vanessa übersteht sie das Abenteuer.

Lex ist ein Fall für sich. Aus dem wurde ich gar nicht schlau. Aber da geht es mir wie Jana, die mir die Geschichte aus ihrer Sicht erzählt. Was hat Lex nur zu verbergen? Das wird nach und nach aufgedröselt und so schafft es die Autorin, die Geschichte am Laufen zu halten. Häppchenweise werden die kleinen Fragzeichen im Kopf eliminiert.

Ich hatte Spaß daran, Jana zu folgen und habe herzlich mit ihr gelacht. Ohne viel Umschweife treibt Birgit Kluger die Geschichte voran. Durch den einfach gewählten Erzähstil, musste ich nicht nachdenken und konnte voll in die Handlung abtauchen. Immer genau dosiert, so dass sich die Charaktere entwickeln können, man sich alles gut vorstellen kann und es nie langweilig wird.

So muss guter Lesestoff für Mädels sein. Spannung, Liebe und Humor. Alles das, was Frau will.

Ich hatte unterhaltsame drei Tage und deswegen gibt es für mich auch nur eine mögliche Bewertung. 5 von 5 Eselsöhrchen.

Meine Bewertung:

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Fantasy

6 Fragen an Annelie Wendeberg

von am März 3, 2014

Name?

Annelie Wendeberg

Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Wenn du das Krimi-Schreiben meinst, dann ist mir das heute noch ein Rätsel. Ich konnte mir z.B. nie vorstellen, wie J.K. Rowling ganz Howard erfinden konnte. Wie kann solch eine riesige komplexe Welt in einem Kopf entstehen? Das fiktive Schreiben ist mir passiert, das wissenschaftliche mach ich ja schon ’ne Weile beruflich.
In welchen Genres schreibst du am liebsten?
Krimis und Thriller, aber ich bastle zur Zeit auch (ganz langsam) an einem Fantasy Roman rum.
Wie entsteht bei dir eine Geschichte?
Keine Ahnung. Ideen fallen normalerweise unerwartet ins Gehirn, da wachsen sie dann und wollen niedergeschrieben werden.
Wer sind deine Vorbilder?
Ui, eine komplizierte Frage. Das ändert sich ständig. Ich finde Peter Hoeg’s Geschichten interessant, weil er die Welt sehr anders sieht und beschreibt als Schriftsteller das normalerweise tun. Hugh Howey finde ich toll, weil er viel für die Indie Autoren Szene in den USA tut. Dann sind da noch Charles de Lint, Lydia Cacho, Sabrina Flynn, Lee Harper, Agatha Christie und noch viele andere Autoren die auf ihre eigene Art und Weise schöne Spuren bei mir hinterlassen.
Was liest du selbst am liebsten?
Bücher 🙂
Welche drei Dinge dürfen beim Schreiben auf keinen Fall fehlen?
Mein Laptop, mein Gehirn, meine Inspiration.
Hast du eine Homepage/einen Blog/eine Facebookseite?
anneliewendeberg.com (Englisch)
https://www.facebook.com/Teufelsgrinsen?ref=hl (Deutsch)
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